Schwache Vorgaben des US-Rivalen Nike und vorsichtigere Branchenprognosen prägen die Stimmung im Sportartikelsektor. Am Freitag ging die Adidas-Aktie mit einem leichten Plus von 0,7 Prozent bei 144,25 Euro aus dem Handel. Die jüngsten Anpassungen großer Analysehäuser spiegeln jedoch die wachsende Skepsis wider, mit der Marktbeobachter auf das anspruchsvolle Marktumfeld blicken.

Analysten kappen Kursziele zum Quartalsauftakt

Am Freitag passte JPMorgan die Erwartungen an den Herzogenauracher Konzern an. Analystin Wendy Liu reduzierte das Kursziel von 230 auf 210 Euro, behielt ihre Einstufung mit „Overweight“ jedoch bei. Liu begründete den Schritt mit einer vorsichtigeren Einschätzung für die gesamte Branche und kürzte ihre Ergebnisprognosen bis 2028 um bis zu zehn Prozent.

Zugleich verwies sie auf stabilisierende Faktoren: Eine breite Pipeline an Produktneuheiten, positive Signale aus dem Einzelhandel sowie robuste Rückmeldungen aus den Vertriebskanälen stützen die operative Entwicklung.

Am selben Tag senkte auch Deutsche Bank Research das Kursziel leicht von 210 auf 205 Euro und bestätigte das Votum „Buy“. Analyst Adam Cochrane verwies auf den gestiegenen Druck im gesamten Sektor während des dritten Quartals.

Die Jahresziele des Managements stuft Cochrane vor diesem Hintergrund eher als realistisch denn als konservativ ein. Zuvor hatten bereits andere Institute ihre Zielmarken leicht zurückgenommen, während die Einstufungen überwiegend positiv blieben.

Rivalität und Belastungsfaktoren der Branche

Auslöser der jüngsten Branchenunruhe waren Geschäftszahlen des Konkurrenten Nike, der für sein abgelaufenes Quartal einen Umsatzrückgang von vier Prozent auf 11,2 Milliarden Dollar und ein Gewinnminus von zwei Prozent auf 712 Millionen Dollar auswies.

Zudem stellte der US-Konzern für das Gesamtjahr ein Umsatzminus im hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Wie die Nachrichtenagentur dpa-AFX berichtete, stuften Marktteilnehmer diese Schwierigkeiten weitgehend als hausgemacht ein, womit direkte Rückschlüsse auf Wettbewerber begrenzt blieben.

Gleichzeitig verweist die tagesschau auf das Spannungsfeld des Marktes: Während Nikes Schwäche Rivalen wie Adidas Marktchancen eröffnet, belasten anhaltende Inflation, Zölle und ein intensiver Verdrängungswettbewerb die gesamte Branche.

Fokus richtet sich auf Ende Oktober

Mit Blick auf den Kursverlauf liegt das Papier derzeit 28 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 200,90 Euro. Ob sich der Gegenwind im Zahlenwerk niederschlägt, wird sich in wenigen Wochen zeigen: Am 29. Oktober veröffentlicht das Unternehmen die offiziellen Neunmonatsergebnisse für das laufende Geschäftsjahr. Bis dahin bleibt abzuwarten, wie stabil sich die Nachfrage auf den Kernmärkten tatsächlich präsentiert.