RBC Capital hat Adidas heute auf „Outperform“ hochgestuft und das Kursziel von 170 auf 210 Euro angehoben. Das ist kein gewöhnliches Upgrade — die Bank hatte die Aktie noch im Januar 2026 zurückgestuft und dabei auf Risiken bei der Jahresguidance hingewiesen. Diese Risiken haben sich inzwischen bewahrheitet. Trotzdem dreht RBC nun die Richtung.
Warum der Sinneswandel?
Der Kern der Argumentation: Adidas liefert. Analyst Piral Dadhania sieht ein breit aufgestelltes Wachstum, das sich quer durch Regionen, Produktkategorien und Sportsparten zieht. Besonders hervor hebt RBC das Direct-to-Consumer-Geschäft — also Umsätze, die direkt über eigene Kanäle laufen — kombiniert mit gut planbaren Vorbestellungen.
Auf Bewertungsebene wirkt die Aktie laut RBC noch günstig. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für das Geschäftsjahr 2027 liegt bei rund 13 — ein Abschlag gegenüber dem Sektordurchschnitt. Das Gewinn-je-Aktie-Wachstum für die nächsten drei Jahre schätzt die Bank auf 25 Prozent jährlich, verglichen mit einem Branchendurchschnitt von 11 Prozent.
Einen Vorbehalt formuliert RBC dennoch: Der freie Cashflow könnte besser sein. Hier erwartet die Bank Klarheit spätestens beim Capital Markets Day im September 2026, wenn Adidas auch die Produktpipeline für 2027 vorstellen soll.
Bewertung und Marktlage
Parallel dazu hat Bernstein SocGen sein Kursziel leicht auf 132,50 Dollar gesenkt, bleibt aber ebenfalls bei „Outperform“. Hintergrund ist die starke WM-Fokussierung seit dem vierten Quartal 2025 — neue Trikots, Predator- und F50-Fußballschuhe sowie WM-inspirierte Lifestyle-Mode. Bernstein rechnet damit, dass diese Ausrichtung den nordamerikanischen Umsatz im mittleren einstelligen Prozentbereich beeinflusst.
Die Adidas-Aktie reagierte auf das RBC-Upgrade zunächst verhalten positiv. Anleger dürften das Papier jetzt besonders im Herbst im Blick behalten: Der Capital Markets Day im September wird zeigen, ob das Management die hohen Wachstumserwartungen mit einer konkreten Mittelfriststrategie untermauern kann.
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