Rekordzahlen für 2025, eine kräftig erhöhte Dividende — und trotzdem notiert die Aktie auf einem Dreijahrestief. Bei Adidas klaffen Vergangenheitsleistung und Zukunftserwartung gerade weit auseinander.
Zur Hauptversammlung am 7. Mai 2026 in Fürth schlagen Vorstand und Aufsichtsrat eine Dividende von 2,80 Euro je Aktie vor. Das ist eine deutliche Erhöhung gegenüber dem Vorjahr und entspricht einer Gesamtausschüttung von rund 496 Millionen Euro. Die Basis dafür ist solide: 2025 erzielte das Unternehmen einen Rekordumsatz von 24,8 Milliarden Euro, der operative Gewinn legte um 54 Prozent auf 2,06 Milliarden Euro zu, die Bruttomarge kletterte auf 51,6 Prozent.
Prognose-Schock trifft auf Allzeithochs
Das Problem liegt nicht in der Vergangenheit, sondern in 2026. Anfang März gab Adidas eine operative Gewinnprognose von 2,3 Milliarden Euro aus — rund 15 Prozent unter dem Analystenkonsens von 2,72 Milliarden Euro. Die Reaktion war unmittelbar: Die Aktie verlor an einem einzigen Tag rund sieben bis acht Prozent. Seitdem hat sie sich nicht erholt.
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Hintergrund sind US-Zölle und ungünstige Währungsentwicklungen, die das Unternehmen mit einem negativen Effekt von 400 Millionen Euro für 2026 beziffert. Da Adidas den Großteil seiner Produkte in Asien fertigt und in westliche Märkte importiert, trifft diese Belastung das Geschäftsmodell strukturell.
Analysten mit großer Bandbreite
Das Meinungsbild unter Analysten spiegelt die Unsicherheit wider:
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- Bernstein Research: „Outperform“, Kursziel 255 Euro
- Berenberg: „Hold“, Kursziel zuletzt auf 190 Euro gesenkt
- RBC Capital Markets: „Sector Perform“, Kursziel 160 Euro
- Goldman Sachs: „Neutral“
Mit einem aktuellen Kurs von 130,75 Euro — dem 52-Wochen-Tief — liegt die Aktie knapp 41 Prozent unter ihrem Jahreshoch von 223,50 Euro vom Mai 2025. Auch der 200-Tage-Durchschnitt bei 167,36 Euro ist weit entfernt.
Q1-Zahlen als erster Stresstest
Bereits am 29. April legt Adidas die Ergebnisse für das erste Quartal 2026 vor — und damit erstmals konkrete Daten dazu, ob die Zoll- und Währungsbelastungen tatsächlich in der prognostizierten Größenordnung ankommen. Fällt der Ausblick stabiler aus als befürchtet, könnte die konservative Jahresprognose Spielraum nach oben bieten. Mittelfristig skizziert das Management für 2027 und 2028 wieder ein operatives Gewinnwachstum im mittleren Zehnprozentbereich. Die Hauptversammlung am 7. Mai folgt kurz darauf — dann steht auch die Abstimmung über die Dividende an, Ex-Tag ist der 8. Mai.
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