Ein Rekordjahr — und trotzdem Gegenwind. Adidas lieferte 2025 ein operatives Ergebnis von 2,06 Milliarden Euro, ein Plus von 54 Prozent. Für 2026 peilt der Konzern jedoch nur noch rund 2,3 Milliarden Euro an — Analysten hatten mit 2,72 Milliarden gerechnet. Die Lücke von rund 15 Prozent hat einen klaren Namen: Zölle und Währungseffekte.
Strukturproblem Vietnam
Vietnam ist das größte Beschaffungsland des Konzerns und liefert 27 Prozent des Gesamtvolumens — rund 40 Prozent der Adidas-Schuhe entstehen dort. Das macht die Abhängigkeit zu einem strukturellen Thema, das sich durch kein neues Zollregime einfach wegdiskutieren lässt.
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Die Zollgeschichte selbst ist dabei komplex: Nach dem Supreme-Court-Urteil vom Februar 2026, das alle unter dem IEEPA verhängten Abgaben für ungültig erklärte, gilt nun ein pauschaler 10-Prozent-Importaufschlag nach Section 122 des Trade Act — für 150 Tage und nahezu alle Importländer. Parallel laufen Section-301-Untersuchungen gegen Vietnam wegen möglicher unfairer Handelspraktiken. CFO Harm Ohlmeyer beziffert die kombinierten Belastungen aus Zöllen und schwachem US-Dollar auf 400 Millionen Euro — ohne diese Faktoren hätte Adidas 2026 eine EBIT-Marge von zehn Prozent erreicht. Dieses Ziel ist nun auf 2027/2028 verschoben.
CEO Björn Gulden setzt auf Zurückhaltung bei US-Preiserhöhungen: Man werde die Wettbewerber beobachten und nicht als Preisführer vorangehen. Eine schnelle Verlagerung der Lieferketten schließt Bloomberg-Analystin Poonam Goyal aus — Performance-Schuhe erforderten hochspezialisierte Fertigungskapazitäten, die sich nicht kurzfristig verlagern ließen.
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Analysten sehen deutliches Kurspotenzial
Trotz der Belastungen hält die Analystengemeinschaft weitgehend an ihrer positiven Haltung fest. 22 von 28 befragten Analysten empfehlen den Kauf der Aktie. UBS bekräftigt ein „Buy“-Rating mit Kursziel 219 Euro, Bernstein Research ein „Outperform“ mit 255 Euro — begründet mit Wachstum in China und Händleroptimismus. Das durchschnittliche Kursziel von 198,35 Euro impliziert gegenüber dem jüngsten Kurs von 134,90 Euro ein rechnerisches Aufwärtspotenzial von rund 43 Prozent.
Am 29. April legt Adidas die Zahlen zum ersten Quartal vor — der erste konkrete Stresstest, der zeigen wird, wie stark Zölle und Währungseffekte die Bruttomarge bereits belasten. Auf der Hauptversammlung am 7. Mai schlägt das Management eine um 40 Prozent erhöhte Dividende von 2,80 Euro je Aktie vor, ergänzt durch ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu einer Milliarde Euro — ein Signal, dass das Management die Belastungen als überwindbar betrachtet.
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