Der Sportartikelhersteller Adidas blickt auf ein dynamisches erstes Halbjahr zurück und setzt im September auf eine umfassende Produkt-Offensive. Nach einem deutlichen Umsatzplus im zweiten Quartal und einer Anhebung der Jahresprognose fokussiert sich der Konzern nun auf neue Kooperationen und strategische Wechsel in der Führungsebene. Operativ zeigt sich das Unternehmen widerstandsfähig, während die Aktie am Kapitalmarkt noch nach einer stabilen Richtung sucht.
Zweistelliges Wachstum in allen Märkten
Im zweiten Quartal erzielte Adidas einen währungsbereinigten Rekordumsatz von 6,7 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 14 Prozent entspricht. Diese Entwicklung setzte sich über das gesamte erste Halbjahr fort, in dem das Unternehmen ebenfalls ein währungsbereinigtes Plus von 14 Prozent auf insgesamt 13,3 Milliarden Euro verzeichnete. Wesentliche Treiber dieser Dynamik waren die Bereiche Bekleidung sowie starke Impulse aus den Kategorien Fußball, Laufen und Performance.
Besonders das Direct-to-Consumer-Geschäft (DTC) erwies sich als Wachstumsmotor. Medienberichten zufolge legte dieser Bereich im zweiten Quartal um ein Viertel zu, wobei Adidas in allen relevanten Märkten zweistellige Zuwachsraten verbuchen konnte.
Auf der Ergebnisseite schlug sich die positive Umsatzentwicklung ebenfalls nieder: Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg im ersten Halbjahr um 11 Prozent auf 1,279 Milliarden Euro. Der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen kletterte um knapp ein Zehntel auf 882 Millionen Euro, was einem Ergebnis je Aktie von 4,81 Euro entspricht.
Strategische Impulse durch neue Kollektionen
Für den laufenden Monat September hat der Konzern mehrere hochkarätige Veröffentlichungen angekündigt, um die Markenrelevanz weiter zu steigern. Dazu gehört die „Pokémon x adidas 30th Anniversary Footwear Collection“, die insgesamt zwölf verschiedene Sneaker-Modelle umfasst. Parallel dazu bringt das Unternehmen die „Simone Rocha adidas Originals Collection“ auf den Markt, die fünf verschiedene Releases über drei Modelle beinhaltet.
Diese Lifestyle-Initiativen sind Teil der Strategie, neben dem klassischen Sportbereich auch im modischen Segment Akzente zu setzen. Flankiert wird die operative Entwicklung von einer verstärkten Präsenz auf dem Kapitalmarkt.
Für den 23. und 24. September sind Roadshows und Konferenzen geplant, auf denen das Management die aktuelle Strategie vor Investoren erläutern wird. Die nächste detaillierte Einsicht in die Geschäftszahlen folgt am 29. Oktober mit der Veröffentlichung der Ergebnisse zum dritten Quartal.
Wechsel im Finanzressort und angehobener Ausblick
In der Führungsebene gab es zum Monatsbeginn eine wichtige personelle Veränderung. Birgit Kretschmer wurde vom Aufsichtsrat in den Vorstand berufen. Sie trat ihr Amt am vergangenen Dienstag an und soll zum Ende des Jahres die Nachfolge von Harm Ohlmeyer als Finanzvorstand (CFO) übernehmen. Dieser Wechsel erfolgt in einer Phase, in der das Unternehmen seine Ziele für das Gesamtjahr 2026 nach oben korrigiert hat.
Die Konzernführung erwartet nun ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum zwischen 9 und 10 Prozent, nachdem zuvor ein Zuwachs im hohen einstelligen Bereich in Aussicht gestellt worden war. Das Betriebsergebnis soll zum Jahresende rund 2,3 Milliarden Euro erreichen. In dieser Prognose sind potenzielle Rückerstattungen von US-Zöllen in einer Größenordnung von bis zu 300 Millionen US-Dollar noch nicht enthalten.
An der Börse spiegelt sich die operative Zuversicht derzeit nur bedingt wider. Der Schlusskurs am Freitag lag bei 148,70 Euro. Seit Jahresbeginn weist das Papier ein Minus von 12 Prozent auf. Damit notiert die Aktie aktuell deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 200,90 Euro, das im Oktober des vergangenen Jahres erreicht wurde.
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