Am Freitag legte die Adidas-Aktie um 2,1 Prozent auf 150,10 Euro zu. Parallel zum Handelsgeschehen verteidigt der Sportartikelhersteller seine Markenrechte auf internationaler Bühne: Vor dem Federal Court of Australia fand am Freitag eine gerichtliche Anhörung im Rechtsstreit gegen die Modemarke White Fox Boutique statt.

Wie CNN berichtete, wirft Adidas dem australischen Unternehmen vor, mit einem Design aus vier Streifen den geschützten Markenauftritt der Herzogenauracher zu verletzen. Die Klageschrift war bereits am 18. September eingereicht worden.

Konsequenter Schutz und neue Modelle

Der Schutz des charakteristischen Streifendesigns besitzt für den Sportartikelkonzern traditionell einen hohen Stellenwert, um Verwechslungen im Markt zu verhindern. Zugleich setzt das Unternehmen auf Produktneuheiten und Partnerschaften, um Impulse im Handel zu setzen.

Am 6. Oktober präsentierte Adidas zum 25. Jahrestag eines Freistoßtores von David Beckham eine spezielle Ausführung des Fußballschuhs Predator. Zuvor hatten Adidas Originals und das Label Hellstar am 5. Oktober bekannt gegeben, ihre weltweite Kooperation im Rahmen der Herbst- und Winterkollektion 2026 von Schuhen auf Bekleidung auszuweiten.

Zurückhaltende Stimmen im Analystenlager

Trotz der Produktinitiativen blicken einige Branchenbeobachter verhaltener auf die Entwicklung des Sportbekleidungssektors. Die Schweizer Großbank UBS passte am 5. Oktober ihr Kursziel für das Papier von 173 auf 160 Euro an und stufte die Aktie auf „Neutral“ ein. Analyst Robert Krankowski begründete die Reduzierung seiner Gewinnschätzungen je Aktie mit aufkommendem Gegenwind im Jahr 2027.

Zuvor hatte auch JPMorgan am 2. Oktober das Kursziel für den DAX-Titel von 230 auf 210 Euro gesenkt, beließ die Empfehlung jedoch bei „Overweight“. Analystin Wendy Liu reduzierte ihre Gewinnprognosen bis 2028 um bis zu 10 Prozent und verwies ebenfalls auf eine vorsichtigere Einschätzung der gesamten Branche.

Optimistischere Stimmen am Markt trauen dem Papier mit Kurszielen von bis zu 245 Euro hingegen weiterhin deutliches Potenzial zu. Zusätzliches Vertrauen signalisierte die Unternehmensführung: Laut einem Bericht des Handelsblatts kaufte Vorstandschef Bjørn Gulden im September Aktien des eigenen Konzerns.

Fokus auf die Neunmonatszahlen

Trotz der Erholung zum Wochenausklang verzeichnet der Anteilsschein seit Jahresbeginn ein Minus von 11 Prozent. Ob die Marke ihre Dynamik im anspruchsvollen Branchenumfeld aufrechterhalten kann, wird sich vor allem an den anstehenden Geschäftszahlen zeigen. Klarheit über die fundamentale Lage erhalten Anleger am 29. Oktober: An diesem Tag will Adidas die detaillierten Ergebnisse für die ersten neun Monate des Jahres 2026 veröffentlichen.