Adidas- vs. Nike-Aktie: Rollentausch bei den Sportartikel-Riesen

Adidas surges with record sales and buybacks while Nike struggles with restructuring. We compare their strategies, financials, and stock valuations for investors.

Adidas Aktie
Kurz & knapp:
  • Adidas reports record 2025 revenue of €24.8B (+13%), announces a €1B share buyback.
  • Nike issues a sales warning, faces market share loss to rivals, and expects stagnation in 2026.
  • Valuation comparison shows Adidas with a lower Price/Sales ratio, but Nike with a higher dividend yield.
  • Analyst consensus currently rates Adidas as 'Overweight' and Nike as 'Hold'.

Die Machtverhältnisse in der Sportartikelbranche haben sich gedreht. Während Nike noch vor wenigen Jahren als unangefochtener König galt, hat Adidas das Momentum auf seiner Seite. Der deutsche Herausforderer glänzt mit Rekordverkäufen und einem milliardenschweren Aktienrückkaufprogramm. Der amerikanische Platzhirsch kämpft dagegen mit sinkenden Marktanteilen und einer schmerzhaften Restrukturierung.

Für Anleger stellt sich eine spannende Frage: Ist die Adidas-Rally überhitzt – oder bietet Nikes Schwäche eine seltene Einstiegschance?

Wer hat aktuell die Nase vorn?

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Adidas meldete für 2025 Rekorderlöse von 24,8 Milliarden Euro – ein währungsbereinigtes Plus von 13 Prozent. CEO Bjørn Gulden hat das Unternehmen nach der Yeezy-Krise erfolgreich stabilisiert. Die Terrace-Linie mit Modellen wie Samba und Gazelle verkauft sich wie warme Semmeln. Das Selbstvertrauen des Managements zeigt sich im angekündigten Aktienrückkaufprogramm über eine Milliarde Euro.

Nike hingegen steckt mitten in einer Identitätskrise. Die Umsatzwarnung vom Dezember 2025 hallte nach. Für das laufende Geschäftsjahr rechnen Analysten bestenfalls mit Stagnation. CEO Elliott Hill spricht von einer Erholung in den „mittleren Innings“ – Baseballjargon für: Es wird noch dauern. Spezialisierte Konkurrenten wie On und Hoka haben dem Swoosh wichtige Marktanteile abgenommen.

Die Bewertung im direkten Vergleich

KennzahlAdidasNike
Aktueller Kursca. 162 €ca. 65,55 $
Umsatzwachstum+13 % (2025)-1 bis +1 % (2026e)
KGV (Forward)ca. 35xca. 41x
Kurs-Umsatz-Verhältnisca. 1,1xca. 2,0x
Dividendenrenditeca. 0,7 %ca. 2,5 %
AnalysteneinschätzungÜbergewichtenHalten

Der Vergleich offenbart ein Paradox: Nike wirkt auf den ersten Blick teurer, obwohl die Aktie deutlich gefallen ist. Das hohe KGV täuscht – es resultiert aus kollabierten Gewinnen, nicht aus überzogenen Erwartungen. Adidas erscheint beim Kurs-Umsatz-Verhältnis günstiger, trägt aber die Last hoher Wachstumserwartungen.

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Was bewegte die Kurse zuletzt?

Nike zeigte in den vergangenen Tagen erste Stabilisierungstendenzen. Nach dem Absturz auf 52-Wochen-Tiefs bei rund 52 Dollar konnte sich die Aktie auf etwa 65 Dollar erholen. Die jüngste Quartalsdividende von 0,41 Dollar bietet immerhin etwas Renditeunterstützung. Doch die Analysten bleiben skeptisch: In wichtigen Märkten wie Großbritannien und China verliert Nike weiter Boden an die Konkurrenz.

Adidas konsolidiert nach der starken Rally auf hohem Niveau. Die Aktie pendelt um die 160-Euro-Marke, nachdem sie nach der Rückkaufankündigung Ende Januar neue Höchststände getestet hatte. Einige Analysten warnen bereits, dass das „leichte Geld“ verdient sei und die Bewertung die Erholung vollständig einpreise.

Welche Strategie verfolgen die Konzerne?

Adidas setzt 2026 auf Skalierung des Erfolgs. Nach dem Lifestyle-Boom rückt die Performance-Sparte stärker in den Fokus – rechtzeitig vor den großen Sportevents. Das Rückkaufprogramm bildet einen Sicherheitsboden für den Kurs. Das Risiko? Mode ist launisch. Sollte der Retro-Trend abflauen, bevor das nächste große Franchise zündet, könnte die Bewertung schnell unter Druck geraten.

Nike steht vor einem härteren Weg. Der Konzern will zwei Milliarden Dollar einsparen und gleichzeitig die Innovationskraft wiederbeleben. Die Air-Franchise soll neu aufgelegt werden, der Fokus auf Großhandelspartner verstärkt – eine Korrektur der übertriebenen Direktvertriebsstrategie. Alles hängt davon ab, ob die Herbst/Winter-Kollektion 2026 überzeugt.

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Chancen und Risiken im Überblick

Adidas: Die Chancen liegen in weiteren Marktanteilsgewinnen in Nordamerika und steigenden Margen durch normalisierte Lieferkettenkosten. Die Risiken? Eine historisch hohe Bewertung und die Abhängigkeit von Modetrends, die schnell drehen können.

Nike: Die Chance ist der extreme Pessimismus – ein klassisches Contrarian-Setup. Die enorme Unternehmensgröße ermöglicht schnelle Skalierung erfolgreicher Produkte. Die Dividendenrendite von 2,5 Prozent zahlt Anlegern fürs Warten. Die Risiken bleiben jedoch erheblich: weitere Gewinnrückgänge, anhaltender Kulturverlust in der Laufszene und eine möglicherweise scheiternde Transformation.

Das Fazit: Momentum gegen Value

Die Rollen haben sich getauscht. Adidas ist heute die Momentum-Aktie – mit Wachstum, aggressiver Kapitalrückführung und entsprechend hoher Bewertung. Wer an die Nachhaltigkeit des Marken-Hypes glaubt, findet hier das passende Investment.

Nike dagegen ist zum Deep-Value-Kandidaten geworden. Für Wachstumsfonds derzeit uninteressant, aber zunehmend attraktiv für geduldige Anleger mit Contrarian-Ansatz. Die Wette lautet: Der weltgrößte Sportartikelhersteller wird nicht ewig am Boden liegen.

Für die erste Jahreshälfte 2026 hält Adidas die besseren Karten. Greifbares Umsatzwachstum und das Rückkaufprogramm stützen den Kurs. Nike erfordert Geduld – ein Einstieg rechtfertigt sich nur für Anleger mit einem Horizont von mindestens 18 Monaten, die dem Management die Innovationswende zutrauen.

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