Adobe steht vor einer Bewährungsprobe. Am kommenden Donnerstag nach US-Börsenschluss veröffentlicht der Software-Riese seine Zahlen für das zweite Quartal. Es geht um mehr als nur Umsatz: Der Markt fordert Beweise für den Erfolg der KI-Strategie.
Fokus auf KI-Umsätze
Im Zentrum steht das Neugeschäft mit digitalen Medien. Im ersten Quartal enttäuschte Adobe hier mit 400 Millionen Dollar an jährlich wiederkehrenden Umsätzen (ARR). Nun muss der Konzern zeigen, dass er die Marke von 450 Millionen Dollar knacken kann.
Besonderes Augenmerk liegt auf der Monetarisierung von Firefly. Investoren beobachten genau, wie schnell die KI-Funktionen in zahlungspflichtige Abonnements münden.
Wachstum und Kapitalrückgabe
Analysten erwarten einen Gewinn von 5,81 Dollar je Aktie. Das entspräche einem Plus von gut 14 Prozent zum Vorjahr. Der Umsatz soll parallel dazu auf 6,2 Milliarden Dollar steigen.
Das Management setzt verstärkt auf Zukäufe und Kapitalrückgaben. Ziel ist es, das Vertrauen der Aktionäre nachhaltig zu stärken.
Adobe kauft den Spezialisten Semrush für rund 1,9 Milliarden Dollar. Parallel dazu hat der Vorstand ein neues Aktienrückkaufprogramm über 25 Milliarden Dollar bis zum Jahr 2030 beschlossen.
Umbruch in der Chefetage
Diese Maßnahmen fallen in eine Phase des personellen Wandels. Langzeit-Chef Shantanu Narayen bereitet seinen Abschied vor.
Die Aktie reagierte zuletzt nervös und verlor am Freitag 1,8 Prozent auf 218,60 Euro. Analysten raten derzeit mehrheitlich zum Halten des Papiers.
Seit Jahresbeginn hat die Aktie bereits über 23 Prozent an Wert verloren. Das makroökonomische Umfeld belastet den gesamten Sektor, da steigende Renditen für US-Staatsanleihen auf die Bewertungen von Tech-Werten drücken.
Der Quartalsbericht am 11. Juni liefert die Fakten zur KI-Monetarisierung und bestimmt die Richtung für die kommenden Monate.
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