Adobe meldet Rekordzahlen, aber die Börse schickt die Aktie auf Talfahrt. Der Software-Riese steckt mitten in einem tiefgreifenden Umbruch. Während die KI-Umsätze kräftig steigen, verunsichern Personalwechsel und Strategieänderungen die Märkte.

KI-Agenten im Großangriff

Adobe setzt alles auf die Karte der künstlichen Intelligenz. Der Konzern bestätigte neue Partnerschaften mit Microsoft, Anthropic und Accenture. Diese Kooperationen sollen die hauseigenen KI-Agenten direkt in Arbeitsumgebungen wie Microsoft 365 Copilot integrieren.

Parallel dazu automatisieren neue Assistenten in Photoshop und Premiere Pro kreative Abläufe. Das Ziel ist klar: Adobe will seine Technologie tief in den Alltag von Unternehmen einbetten.

Rekordumsatz trifft auf Vertrauenskrise

Die Zahlen für das zweite Quartal unterstreichen diesen Kurs. Der Umsatz stieg um 13 Prozent auf 6,62 Milliarden US-Dollar. Besonders beeindruckend: Die jährlichen KI-Erlöse verdreifachten sich auf über 500 Millionen Dollar.

Doch die Skepsis am Markt überwiegt. Die Aktie notiert mit 170,50 Euro nur knapp über ihrem Jahrestief. Innerhalb von zwölf Monaten brach der Kurs um rund 48 Prozent ein. Investoren fürchten, dass die neuen KI-Tools das lukrative Kerngeschäft kannibalisieren könnten.

Führungsvakuum belastet den Kurs

Hinzu kommt Unruhe in der Führungsetage. Finanzchef Dan Durn hat das Unternehmen verlassen. Die Suche nach einem neuen CEO läuft derweil auf Hochtouren.

Analysten blicken mit gemischten Gefühlen auf die Bewertung. Einige Experten reduzierten ihre Erwartungen für das organische Wachstum im laufenden Geschäftsjahr. Andere sehen im aktuellen Kursniveau eine Einstiegschance bei historisch niedrigen Multiplikatoren.

Adobe hob die Umsatzprognose für das Gesamtjahr auf bis zu 26,6 Milliarden Dollar an. Im Fokus steht nun der Erfolg des neuen Freemium-Modells. Es soll helfen, die Nutzerbasis in einem schwierigen Marktumfeld deutlich zu vergrößern.