Shantanu Narayen verlässt Adobe nach 18 Jahren als CEO — und der Zeitpunkt hätte ungünstiger kaum sein können. Starke Quartalszahlen und eine neue MLB-Partnerschaft reichten nicht aus, um die Nervosität der Anleger zu dämpfen. Die Aktie verlor nach der Ankündigung zunächst mehr als 7 Prozent im nachbörslichen Handel.
Rekordquartal mit einem Haken
Die Zahlen für das erste Quartal 2026 waren auf den ersten Blick beeindruckend: Umsatz von 6,4 Milliarden Dollar, ein Gewinn je Aktie von 6,06 Dollar und ein operativer Cashflow von knapp 3 Milliarden Dollar — jeweils besser als von Analysten erwartet. Auch die Prognose für das zweite Quartal fiel über den Schätzungen aus.
Eine Kennzahl trübte das Bild jedoch erheblich. Das Net New ARR — also der Nettozuwachs bei wiederkehrenden Jahresumsätzen — fiel mit 400 Millionen Dollar rund elf Prozent unter den Vorjahreswert. Rund 70 Millionen Dollar des Rückstands entfielen auf das klassische Stock-Geschäft: Kunden ersetzen zugekaufte Stockfotos zunehmend durch KI-generierte Bilder. Damit bestätigte sich eine Sorge, die Investoren schon länger beschäftigt — dass KI nicht nur Wachstumstreiber, sondern auch Kannibale des eigenen Geschäftsmodells ist.
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Narayen geht, die Nachfolge ist offen
Narayen trat 1998 als Vice President bei Adobe ein und übernahm 2007 den CEO-Posten. Unter seiner Führung vollzog Adobe den Wechsel von Einzellizenzen zum Cloud-Abonnementmodell — eine Transformation, die die Marktkapitalisierung von rund 20 Milliarden auf zeitweise über 240 Milliarden Dollar trieb. Die Aktie legte in dieser Zeit mehr als 600 Prozent zu.
Sein Abgang kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Adobe mit strukturellen Fragen konfrontiert ist: Kann das Unternehmen seine KI-Strategie schnell genug monetarisieren, um Verluste im Kerngeschäft auszugleichen? Erschwerend kommt hinzu, dass ein Nachfolger noch nicht benannt ist. Lead Independent Director Frank Calderoni leitet den Suchprozess, der laut Narayen einige Monate dauern dürfte — intern wie extern.
KI-Strategie mit Substanz
Abseits der Führungsfrage gibt es durchaus Belege dafür, dass die Produktstrategie greift. Die KI-bezogenen ARR-Erlöse verdreifachten sich im Jahresvergleich. Die monatliche Nutzerbasis über Acrobat, Creative Cloud, Express und Firefly wuchs um 17 Prozent auf 850 Millionen. Neue Integrationen mit ChatGPT und eine erweiterte Partnerschaft mit dem Werbekonzern WPP unterstreichen den Kurs.
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Die MLB-Partnerschaft, die Adobe als Presenting Sponsor des Opening Day 2026 bis 2028 vorsieht, ist dabei mehr als ein Sponsoring-Deal. MLB setzt Adobes Enterprise-KI-Stack — darunter GenStudio for Performance Marketing und den LLM Optimizer — für Kampagnen und Fan-Datenanalyse ein.
Bewertung auf neuem Niveau
Die Aktie notiert rund 23 Prozent unter dem Jahresanfangswert und mehr als 60 Prozent unter dem Allzeithoch von 2021. Mit einem KGV von unter 12 auf Basis bereinigter Gewinne ist die Bewertung deutlich gesunken. Adobe hat das genutzt: Der Anteil ausstehender Aktien sank im vergangenen Jahr um sechs Prozent durch Rückkäufe.
Die Suche nach einem neuen CEO dürfte die Kursentwicklung in den kommenden Monaten maßgeblich prägen. Ein Kandidat, der sowohl die operative Disziplin des bisherigen Managements als auch eine klare KI-Monetarisierungsstrategie verkörpert, würde den Markt beruhigen — das Gegenteil könnte den Druck auf die Aktie weiter verstärken.
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