Autor Gary Alexander bekräftigt heute seine Kaufempfehlung für Adobe. Seine These: Die niedrige Bewertung berücksichtigt die Risiken durch Wettbewerb und Führungswechsel bereits weitgehend. Damit steht eine optimistische Einschätzung gegen die Sorge, dass künstliche Intelligenz das Geschäft unter Druck setzt. Für Anleger entscheidet sich die Bewertung daran, ob Adobe seine Wachstumsperspektiven gegen diese Risiken behaupten kann.
Kaufargument mit niedriger Gewinnbewertung
Alexander beziffert die Bewertung auf das 8,7-Fache des erwarteten Gewinns im Geschäftsjahr 2027. Zugleich erwartet er zweistelliges Umsatz- und Gewinnwachstum. Aus seiner Sicht passt dieser Wachstumsausblick nicht zur niedrigen Bewertung.
Das ist eine Bewertungsargumentation, keine Entwarnung beim Wettbewerb. Sie setzt voraus, dass Adobe seine Geschäftsentwicklung trotz neuer Konkurrenz fortsetzen kann. Alexander hält die Risiken für weitgehend eingepreist. Ob diese Einschätzung trägt, hängt damit auch von der Verlässlichkeit der Gewinnerwartungen ab.
Die breitere Analystenmeinung fällt zurückhaltender aus. Im gestern veröffentlichten Konsens bewerten 36 Brokerhäuser Adobe im Durchschnitt mit „Halten“. Das durchschnittliche Zwölfmonatskursziel beträgt 283,90 US-Dollar.
Hinter diesem Mittelwert stehen sowohl Kauf- als auch Verkaufsempfehlungen. Alexanders positive Einschätzung ist damit kein einhelliges Urteil. Für Anleger bleibt die Unterscheidung wichtig: Eine niedrige Gewinnbewertung kann eine Gelegenheit anzeigen, sie kann aber ebenso Zweifel an der künftigen Geschäftsentwicklung ausdrücken.
Geschäftswachstum gegen veränderte IT-Budgets
Das jüngste berichtete Quartal liefert dem Kaufargument operative Unterstützung. Adobe erzielte einen Umsatz von 6,76 Milliarden US-Dollar. Das Wachstum gegenüber dem Vorjahr lag bei 12,9 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 6,13 US-Dollar.
Umsatz und bereinigter Gewinn je Aktie übertrafen die Erwartungen. Diese Entwicklung stützt die These solider Fundamentaldaten. Sie beantwortet allerdings noch nicht, wie stark veränderte Ausgabenprioritäten das künftige Wachstum beeinflussen könnten.
Citi-Analyst Tyler Radke sieht Unternehmensbudgets zunehmend in Richtung künstlicher Intelligenz wandern. Adobe und kleinere Anbieter von Anwendungssoftware könnten dadurch unter Druck geraten. Sein Argument betrifft somit nicht nur neue Konkurrenzprodukte, sondern auch die Verteilung der Kundenausgaben.
Nächste Termine als Prüfsteine
Für die Bewertung stehen damit zwei Fragen im Vordergrund: Kann Adobe sein Wachstum fortsetzen, und überzeugt die eigene KI-Strategie ausreichend? Produktfortschritte sind dabei vor allem dann relevant, wenn sie die Nutzung und das Geschäft unterstützen.
Die Adobe MAX findet vom 10.–12. November im Miami Beach Convention Center statt. Die nächsten Quartalszahlen sind für den 9. Dezember angekündigt. Diese Termine bieten Anlegern die nächsten Anhaltspunkte, um Alexanders Kaufthese gegen die Wettbewerbsbedenken abzuwägen. Die niedrige Bewertung allein entscheidet diesen Gegensatz nicht.
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