Adobe Aktie: Drei Baustellen

Adobe kämpft mit Kursverlusten trotz solider Quartalszahlen. Die Milliardenübernahme von Semrush ist genehmigt, doch die CEO-Nachfolge bleibt ungeklärt.

Adobe Aktie
Kurz & knapp:
  • Übernahme von Semrush für 1,9 Milliarden Dollar genehmigt
  • Suche nach neuem CEO verursacht Unsicherheit
  • Starke Umsatz- und Gewinnzahlen im ersten Quartal
  • Aktienbewertung deutlich unter historischem Niveau

Adobe steht gleich vor drei parallelen Entwicklungen, die den Kurs belasten: eine Milliarden-Übernahme kurz vor dem Abschluss, ein laufender CEO-Wechsel ohne Nachfolger in Sicht — und eine Aktie, die seit Jahresbeginn rund 23 Prozent verloren hat, während der S&P 500 kaum nachgab.

Semrush-Deal nimmt letzte Hürde

Das Bundeskartellamt hat die geplante Übernahme von Semrush am 20. März 2026 genehmigt. Damit ist eine der letzten regulatorischen Hürden für die 1,9-Milliarden-Dollar-Transaktion gefallen. Adobe zahlt 12 Dollar je Aktie in bar — ein Aufschlag von 74 Prozent auf den Kurs vor der Ankündigung. Der Abschluss ist für das zweite Geschäftsquartal geplant, sobald alle weiteren Genehmigungen vorliegen.

Mit Semrush will Adobe Marketingkunden eine umfassendere Sicht auf ihre Markenpräsenz bieten — von klassischer Suche über KI-Sprachmodelle bis hin zu eigenen Kanälen. Der Kaufpreis entspricht dem 4,3-Fachen des zuletzt erzielten Umsatzes, was am unteren Ende typischer SaaS-Bewertungen liegt.

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CEO-Suche schafft Unsicherheit

Parallel läuft die Suche nach einem Nachfolger für Shantanu Narayen, der nach 18 Jahren als CEO abtritt, sobald ein Nachfolger gefunden ist. Er bleibt dem Unternehmen als Verwaltungsratsvorsitzender erhalten. Lead Independent Director Frank Calderoni leitet den Prozess, der interne wie externe Kandidaten einschließt.

Dass Adobe noch keinen Nachfolger präsentieren konnte, dürfte den Kursrückgang mitbefeuern. Unter Narayen hatte sich der Aktienkurs mehr als versechsfacht.

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Starke Zahlen, schwache Bewertung

Das operative Geschäft liefert unterdessen solide Ergebnisse. Im ersten Geschäftsquartal 2026 stieg der Umsatz um 12 Prozent auf 6,40 Milliarden Dollar — ein Rekord für ein erstes Quartal. Der Non-GAAP-Gewinn je Aktie wuchs um 19 Prozent auf 6,06 Dollar. Der KI-bezogene Jahresumsatz (AI-first ARR) hat sich im Jahresvergleich mehr als verdreifacht, die Neukundengewinnung bei Firefly Enterprise legte um 50 Prozent zu.

Trotzdem wird die Aktie derzeit mit dem 14- bis 18-Fachen des erwarteten Gewinns bewertet — weit unter dem historischen Durchschnitt von 30 bis 40. Die 24 Analysten, die Adobe abdecken, vergeben im Schnitt ein „Hold“-Rating mit einem Kursziel von 352,63 Dollar, was einem Aufwärtspotenzial von rund 42 Prozent entspräche.

Entscheidend für die nächsten Monate werden zwei konkrete Ereignisse: die Bekanntgabe des neuen CEO und die KI-ARR-Entwicklung im zweiten Quartal, die zeigen wird, ob Adobes KI-Strategie auch kommerziell Fahrt aufnimmt.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.