Adobe überrascht mit Rekorderlösen von knapp 6 Milliarden Dollar und Gewinnsprüngen – dennoch verliert die Aktie seit Jahresbeginn über ein Fünftel an Wert. Während die KI-Strategie bereits über 5 Milliarden Dollar Umsatz generiert, kämpft der Software-Riese mit einem brutalen Problem: Die Konkurrenz schläft nicht.

Starke Zahlen, schwache Performance

Die Quartalszahlen vom 11. September hätten eigentlich für Jubel sorgen müssen. Mit 5,99 Milliarden Dollar Umsatz (+11% im Jahresvergleich) und einem Gewinn je Aktie von 5,31 Dollar übertraf Adobe alle Analystenschätzungen. Doch statt Kursfeuerwerk folgte weitere Ernüchterung.

Der Grund: Investoren zweifeln daran, ob Adobe sein Wachstumstempo gegen die erstarkende Konkurrenz halten kann. Microsoft wächst mit 18,1%, Google mit 13,8% – Adobe schafft nur 10,7%. Das nagt am Premium-Status der Aktie.

KI-Revolution bringt Milliardenumsätze

Adobes Kunstgriff liegt in der erfolgreichen KI-Integration. Die KI-beeinflussten wiederkehrenden Umsätze (ARR) explodierten von 3,5 Milliarden Ende 2024 auf über 5 Milliarden Dollar – schneller als geplant.

Erfolgreiche KI-Produkte:
– Firefly generative KI-Plattform
– Acrobat KI-Assistent
– GenStudio für Performance Marketing
– KI-erweiterte Creative Cloud-Anwendungen

Diese KI-First-Produkte allein generierten über 250 Millionen Dollar ARR und erreichten das Jahresziel vorzeitig.

Angriff von allen Seiten

Doch die Konkurrenz lauert überall. Microsofts KI-Copilot-Offensive und Googles KI-Services greifen Adobe von oben an. Spezialisierte Rivalen wie Canva oder Midjourney zersägen von unten das traditionelle Kundensegment.

Das Digital Media-Geschäft wuchs zwar um 12% auf 4,46 Milliarden Dollar, doch die Wachstumsrate bröckelt. Monatlich aktive Nutzer bei Acrobat und Express legten immerhin um 25% zu – ein Hoffnungsschimmer.

Management bleibt optimistisch

Trotz Marktskepsis erhöhte Adobe seine Prognose. Für 2025 erwartet das Unternehmen nun 23,65-23,70 Milliarden Dollar Umsatz (zuvor: 23,5-23,6 Milliarden). Der Gewinn je Aktie soll auf 20,80-20,85 Dollar steigen.

Mit 2,20 Milliarden Dollar operativem Cashflow im dritten Quartal und 8 Millionen zurückgekauften Aktien demonstriert Adobe finanzielle Stärke. Die Frage bleibt: Reicht das gegen die KI-Giganten?