Adobe steht unter Druck. Seit Jahresbeginn hat das Papier mehr als 26 Prozent an Wert verloren. Der RSI-Wert von 12,4 signalisiert einen extrem überverkauften Zustand. Nun reagiert der Softwarekonzern. Auf dem Adobe Summit in Las Vegas präsentierte das Management eine weitreichende KI-Plattform. Das Ziel: die Dominanz im digitalen Marketing sichern.

Automatisierung im Fokus

Im Zentrum steht die neue Plattform namens CX Enterprise. Ein KI-Agent automatisiert künftig komplette Marketing-Workflows für Großkunden. Das System übersetzt Geschäftsziele direkt in konkrete Handlungen. Es überwacht Signale in Echtzeit und steuert Kampagnen über verschiedene Kanäle.

Um diese Prozesse zu skalieren, holt Adobe rund 30 Technologiepartner an Bord. Die Liste umfasst Branchengrößen wie Microsoft, Nvidia, OpenAI und Google Cloud. Der neue Marketing-Agent läuft bereits in Microsoft 365 Copilot.

Daten belegen Dringlichkeit

Die Dringlichkeit dieser Maßnahmen belegen interne Daten. Der KI-gesteuerte Traffic auf US-Einzelhandelsseiten stieg im März um 269 Prozent. Aktuell verwalten mehr als 20.000 globale Marken ihre digitale Präsenz mit Adobe-Tools.

Wachablösung an der Spitze

Investoren bewerten diese Produktstarts im Schatten eines historischen Führungswechsels. CEO Shantanu Narayen tritt nach 18 Jahren an der Spitze ab. Er übergibt das Ruder an einen noch unbestimmten Nachfolger. Anschließend wechselt er auf den Posten des Verwaltungsratschefs.

Der Markt nahm die Nachrichten am Montag positiv auf. Die Aktie schloss bei 210,20 Euro. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 peilt der Vorstand einen Umsatz von rund 26 Milliarden US-Dollar an. Die neuen KI-Anwendungen müssen nun rasch greifen. Nur so kann der Konzern den zunehmenden Wettbewerbsdruck durch KI-native Firmen abwehren.