Die Aktie der Advanced Blockchain verzeichnet zum Wochenauftakt ein deutliches Plus. Der Kurs stieg heute um 9,92 % auf 1,42 €. Damit notiert der Wert nun exakt auf dem Niveau seines 50-Tage-Durchschnitts von ebenfalls 1,42 €. Diese Kursbewegung folgt auf eine Phase der intensiven bilanziellen Aufarbeitung, die das Unternehmen mit der Vorlage des geprüften Jahresabschlusses für 2025 abschloss.
Umsatzsteigerung und hohe Abschreibungen
Advanced Blockchain konnte den Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2025 laut dpa-AFX auf 0,31 Millionen Euro steigern, nachdem dieser im Vorjahr bei 0,23 Millionen Euro gelegen hatte. Trotz des Wachstums weitete sich der Fehlbetrag signifikant aus. Das Jahresergebnis verschlechterte sich von minus 1,78 Millionen Euro im Vorjahr auf einen Fehlbetrag von 3,48 Millionen Euro im Berichtszeitraum 2025.
Ein wesentlicher Grund für das negative Ergebnis liegt in einer umfassenden bilanziellen Bereinigung. Medienberichten zufolge belasteten Wertberichtigungen in Höhe von 1,5 Millionen Euro das Zahlenwerk. Diese betrafen Forderungen gegenüber der nakamo.to GmbH sowie der Tochtergesellschaft Incredulous Labs Ltd. mit Sitz in Zypern. Durch die Aufarbeitung historischer Sachverhalte aus den Jahren 2023 und 2024 gelang es dem Unternehmen, für den Abschluss 2025 ein Testat zu erhalten und eine erneute Versagung zu vermeiden. Die Tochtergesellschaft Incredulous Labs erhielt dabei einen eingeschränkten Bestätigungsvermerk.
Analysten sehen fairen Wert über aktuellem Kurs
Die Analysten der GBC AG bewerteten die Lage des Unternehmens am 22. Juli neu. In einer Studie beziffern sie den fairen Wert der Aktie auf 2,00 Euro. Die Experten nutzen dafür ein angepasstes Net-Asset-Value-Modell. Bei einer Anzahl von 4,06 Millionen ausstehenden Stücken errechnet das Analysehaus einen fairen Gesamtwert von 8,12 Millionen Euro für das Unternehmen. Die aktuelle Einschätzung liegt damit deutlich über dem aktuellen Kursniveau.
Die Bewertung spiegelt die Bemühungen des Managements wider, Altlasten zu beseitigen und sich operativ neu aufzustellen. Bereits Anfang Juni sicherte sich die Gesellschaft ein Gesellschafterdarlehen in sechsstelliger Höhe. Dieses Kapital soll das operative Geschäft stützen und speziell die Einheit „FinPro“ reaktivieren. Hier plant das Unternehmen einen verstärkten Fokus auf die technologischen Wachstumsfelder Künstliche Intelligenz und Robotics.
Strategische Personalien und kommende Termine
Auch in der Führungsebene gab es zuletzt Veränderungen. Mathias Roch kündigte seinen Rücktritt aus dem Aufsichtsrat an, um künftig eine operative Führungsrolle innerhalb der Konzerngesellschaften zu übernehmen. Dieser Schritt ist Teil der Neuausrichtung, mit der das Unternehmen nach regulatorischen Schwierigkeiten wieder Stabilität gewinnen will. Zuvor hatte die Deutsche Börse AG Medienberichten zufolge im April eine Vertragsstrafe gefordert, da der geprüfte Jahresabschluss für 2024 verspätet eingereicht worden war.
Für Anleger richtet sich der Blick nun auf die kommenden Termine. Am 27. August findet die ordentliche virtuelle Hauptversammlung statt. Die nächsten detaillierten Einblicke in die Geschäftsentwicklung folgen am 30. Oktober mit der Veröffentlichung des Halbjahresfinanzberichts für 2026.
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