Aehr Test hat im jüngsten Quartal die Prognosen klar übertroffen. Der Spezialist für Burn-in- und Testsysteme für KI-Chips meldete einen Gewinn von 0,28 Dollar je Aktie, erwartet worden waren 0,10 Dollar. Der Umsatz lag bei 33 Millionen Dollar, der Konsens hatte 26,82 Millionen Dollar vorgesehen.

Sprung gegenüber dem Vorquartal

Der Umsatz wuchs damit deutlich gegenüber den 18,8 Millionen Dollar des Vorquartals. Analysten hatten bereits einen Anstieg von gut 40 Prozent eingepreist, tatsächlich fiel er noch kräftiger aus. Die Erwartungen waren vor der Veröffentlichung stabil geblieben: Die Schätzungen hatten sich zuletzt kaum bewegt.

Schon das Vorquartal hatte überrascht. Damals stand ein Gewinn je Aktie von 0,11 Dollar zu Buche, erwartet worden war ein Verlust. In den vergangenen 90 Tagen gab es drei positive und keine negativen Gewinnrevisionen.

Die Aktie schloss vor der Veröffentlichung bei 51,47 Dollar. Auf Sicht von drei Monaten steht ein Minus von rund 48 Prozent, auf zwölf Monate ein Plus von knapp 98 Prozent. Vom Hoch über 147 Dollar ist das Papier weit entfernt.

Was die Zahlen stützt

Aehr hat zuletzt Folgeaufträge für seine Sonoma-Systeme erhalten. Sie gehören zur nächsten Generation eines KI-Prozessors eines großen Hyperscale-Kunden. Für dessen zweites KI-Prozessor-Programm wird ein Produktionsanlauf im Kalenderjahr 2027 erwartet. Zeitpunkt und Umfang gelten allerdings als unsicher.

Rückenwind kommt vom Markt. Der Branchenverband SEMI rechnet für 2026 mit Umsätzen bei Testequipment von 15,3 Milliarden Dollar, ein Plus von 31 Prozent. Treiber sind komplexe KI- und Speicherchips.

Personell hat sich Aehr zusätzlich verstärkt: Der frühere Meta-Infrastrukturmanager Vijay Rao sitzt im Verwaltungsrat. Das unterstreicht den Fokus auf Hyperscale-Rechenzentren.

Bewertung bleibt anspruchsvoll

Die sechs beobachtenden Analysten stufen die Aktie vor den Zahlen einhellig mit „Strong Buy“ ein. Das mittlere Kursziel liegt bei 128 Dollar. Die Bruttomarge von zuletzt 35,3 Prozent und ein Forward-KGV von rund 80 zeigen, wie viel Wachstum bereits eingepreist ist.

Entscheidend für die Bewertung sind nun der Ausblick für das restliche Geschäftsjahr 2027 sowie Hinweise auf weitere Kunden neben dem Hauptabnehmer. Beides dürfte die Reaktion der Aktie in den kommenden Handelstagen prägen.