Der US-Rüstungskonzern AeroVironment gerät juristisch massiv in die Defensive. Mehrere Anwaltskanzleien werfen dem Spezialisten für unbemannte Flugsysteme Wertpapierbetrug vor. Im Zentrum der Vorwürfe steht ein milliardenschweres Satellitenprojekt der US-Streitkräfte.

Vorwurf der Täuschung

Die Vorwürfe wiegen schwer. Die Kläger werfen dem Management vor, die Erfolgsaussichten beim SCAR-Programm der U.S. Space Force bewusst falsch dargestellt zu haben. AeroVironment habe das Risiko durch Wettbewerber verschwiegen.

Im Januar 2026 stoppte die US-Regierung die Arbeiten an den BADGER-Systemen. Die Aktie verlor an diesem Tag über 15 Prozent an Wert. Im März folgte die Nachricht über eine Neuausschreibung des Programms.

Hinzu kommen Vorwürfe bezüglich der Finanzberichterstattung. Die Quartalszahlen für das dritte Fiskalquartal 2026 offenbarten das finanzielle Ausmaß. AeroVironment meldete einen operativen Verlust von 179 Millionen US-Dollar. Eine Abschreibung von 151 Millionen US-Dollar in der Raumfahrtsparte belastete das Ergebnis zusätzlich. Die Aktie gab nach Bekanntgabe der Zahlen um weitere 6 Prozent nach.

Rekordumsatz trifft Millionenverlust

Das Geschäftsjahr 2026 endete operativ mit einem Paukenschlag. AeroVironment steigerte den Umsatz um 141 Prozent auf fast zwei Milliarden US-Dollar. Trotz dieser Bestmarke blieb unter dem Strich ein Nettoverlust von 265 Millionen US-Dollar.

Seit Jahresbeginn verlor die Aktie rund ein Drittel ihres Wertes. Aktuell kostet ein Anteilsschein 145,90 Euro. Das 52-Wochen-Hoch von 354,30 Euro liegt damit in weiter Ferne.

Parallel dazu veräußerte CEO Wahid Nawabi Ende Juni einen Teil seiner Aktien. Das Unternehmen begründete den Schritt mit fälligen Steuerverpflichtungen. Die Volatilität der Aktie bleibt derweil extrem hoch.

Anleger haben bis zum 27. Juli 2026 Zeit, sich der Sammelklage als Hauptkläger anzuschließen. Im selben Monat lädt das Unternehmen zum Investorentag nach New York. Dort wird das Management die Strategie für das kommende Geschäftsjahr erläutern.