Das US-Militär stellt die Weichen für die Weiterentwicklung moderner Verteidigungssysteme neu. Für AeroVironment bedeutet das veränderte Rahmenbedingungen bei einer seiner technologisch anspruchsvollsten Plattformen.

U.S. Army legt langfristigen Fahrplan fest

Die U.S. Army hat am Dienstag eine Aktualisierungs-Roadmap für das Hochenergielasersystem Enduring High Energy Laser (E-HEL) von AeroVironment skizziert.

Die Pläne der Streitkräfte sehen vor, dass eine Grundsatzentscheidung über die Fertigung einer neuen Ausführung des Systems erst im Geschäftsjahr 2031 fallen soll. Damit zeichnet sich für die Plattform ein langfristiger Entwicklungszyklus ab, der dem Konzern zwar Planungshorizonte eröffnet, signifikante Neubestellungen für nächste Generationen aber in die fernere Zukunft verlegt.

Parallel dazu kommt Bewegung in die Zulieferstrukturen. Bereits am Montag gaben Vertreter der U.S. Army und von AeroVironment bekannt, dass die Lieferkette für Komponenten und Subsysteme des E-HEL wieder für den Wettbewerb geöffnet wird. Durch diesen Schritt wollen die Auftraggeber alternative Anbieter einbinden und technologische Innovationen fördern.

Maritime Tests und heterogene Analystenstimmen

Auch auf maritimen Feldern treibt das Unternehmen Prototypen voran. Die Unternehmenstochter VideoRay trat einem von AEVEX geführten Team bei, das nach Minenabwehr-Erprobungen der U.S. Navy für eine Prototypen-Vereinbarung ausgewählt wurde. Dabei demonstrierte VideoRay ein autonomes Unterwasserfahrzeug von einem unbemannten Oberflächenfahrzeug aus. Finanzielle Details zu dieser Vereinbarung nannten die Parteien nicht.

An den Finanzmärkten reflektieren Marktbeobachter die anstehenden Investitionsphasen mit unterschiedlichen Akzenten. Die Analysten von Macquarie starteten am Mittwoch die Einstufung des Papiers mit Outperform und setzten ein Kursziel von $210.00 fest.

Deutlich zurückhaltender äußerte sich zuvor Rothschild Redburn am 6. Oktober. Analystin Maggie Schooley vergab eine neutrale Einstufung mit einem Kursziel von $165.00 und bezeichnete das Geschäftsjahr 2027 als Übergangsjahr mit stagnierenden Gewinnen und einem umfangreichen Investitionsprogramm.

An der Börse spiegeln sich diese Belastungen im Kursverlauf wider. Am Freitag ging die Aktie bei 108,40 Euro aus dem Handel. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Minus von 49 Prozent. Zum 52-Wochen-Tief von 103,75 Euro verbleibt ein Puffer von 4,5 Prozent.

Neue Gelegenheiten zur Präsentation der eigenen Technologien stehen derweil unmittelbar bevor. Vom 20. bis 23. Oktober nimmt AeroVironment an der International Telemetry Conference in Glendale im US-Bundesstaat Arizona teil. Dort trifft sich die Branche zum Austausch über Mess- und Datenübertragungssysteme.