AeroVironment Aktie: Aufträge gegen Gegenwind

Der Rüstungskonzern erhält einen wichtigen US-Marinevertrag, kämpft aber mit den Folgen eines gescheiterten Projekts und einer gesenkten Jahresprognose.

AeroVironment Aktie
Kurz & knapp:
  • Wichtiger Auftrag für US-Marine-Drohnen
  • Rekordhoher Auftragsbestand von 4,6 Mrd. USD
  • Gesunkene Umsatzprognose für 2026
  • Aktie notiert deutlich unter Durchschnitt

AeroVironment hat eine bewegte Woche hinter sich. Der Rüstungskonzern wurde als Hauptanbieter für das erweiterte ISR-Programm der US-Marine ausgewählt — ein Auftrag, der zusammen mit dem Launch des neuen LOCUST X3-Hochenergielasers für frischen Rückenwind sorgt. Gleichzeitig kämpft das Unternehmen mit den Nachwirkungen eines verlorenen Großauftrags und juristischen Risiken.

Navy setzt auf COCO-Modell

Der am 1. April verkündete Vertrag mit der US-Marine folgt einem neuen Beschaffungsmodell: Beim sogenannten Contractor-Owned, Contractor-Operated-Ansatz (COCO) übernimmt AeroVironment nicht nur die Lieferung, sondern auch den Betrieb der Überwachungsdrohnen. Das reduziert den logistischen Aufwand für die Marine erheblich.

Zum Einsatz kommt das JUMP 20-X VTOL-System — ein unbemanntes Fluggerät mit über 13 Stunden Flugzeit, 185 Kilometer Reichweite und Unterstützung für mehr als 70 verschiedene Nutzlastkonfigurationen. Einzelne Aufgabenpakete sollen jeweils zwischen 10 und 50 Millionen US-Dollar wert sein.

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Starkes Auftragspolster, aber Druck bleibt

Der verlorene SCAR-Vertrag hinterlässt Spuren: Eine Goodwill-Abschreibung von 151,3 Millionen US-Dollar und eine gesenkte Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2026 auf 1,85 bis 1,95 Milliarden US-Dollar belasten das Bild. Die Aktie notiert derzeit rund 29 Prozent unterhalb ihres 100-Tage-Durchschnitts — der mittelfristige Abwärtstrend ist trotz der jüngsten Erholung intakt.

Auf der anderen Seite steht ein rekordhoher Auftragsbestand von 4,6 Milliarden US-Dollar in Re-Awards seit Jahresbeginn. Der finanzierte Auftragsbestand beläuft sich auf 1,1 Milliarden US-Dollar, darunter ein 186-Millionen-Dollar-Auftrag für Switchblade-Drohnen. CEO Wahid Nawabi bekräftigte auf der JPMorgan Industrials Conference im März die Pläne, die Produktionskapazitäten im Bereich Autonome Systeme gezielt auszubauen.

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Analysten bleiben optimistisch

Von 17 Analysten empfehlen 94 Prozent die Aktie zum Kauf — 47 Prozent davon mit einem starken Kaufvotum. Nur 6 Prozent raten zum Halten. Das Kursplus von rund 7,6 Prozent heute spiegelt die Erleichterung über die jüngsten Vertragsmeldungen wider, lässt die Aktie aber noch weit unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 354,30 Euro zurück.

Ob das wachsende Auftragsportfolio die laufenden rechtlichen und finanziellen Belastungen aus dem Space-Force-Stopp-Auftrag kompensieren kann, wird sich spätestens mit den nächsten Quartalszahlen zeigen — und daran dürfte sich entscheiden, ob die Bewertungslücke zum Analystenkonsens tatsächlich schrumpft.

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Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom, erfahrener Unternehmer und anerkannter Experte für Finanzmärkte. Mit über zwei Jahrzehnten Erfahrung in der Analyse von Aktienmärkten und wirtschaftlichen Zusammenhängen verbindet er wissenschaftliche Fundierung mit unternehmerischer Praxis. Er unterstützt Anleger, die langfristigen Vermögensaufbau und finanzielle Unabhängigkeit durch fundierte Strategien anstreben.

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Dr. Sasses Laufbahn ist geprägt von akademischer Exzellenz und praktischer Marktkenntnis. Er promovierte in Wirtschaftswissenschaften und hält einen Master of Science in Marketing und Sales sowie einen Abschluss als Betriebswirt. Bereits während und nach dem Studium sammelte er in renommierten Analystenhäusern und Unternehmen tiefgreifende Erfahrungen in der Bewertung von Aktien und Fonds.

Als Gründer und Geschäftsführer der YES Investmedia GmbH ist er unternehmerisch im Bereich der Finanzpublikationen tätig. Seine Expertise umfasst die Analyse komplexer wirtschaftlicher Themen wie demographischer Wandel oder globaler Markttrends sowie deren Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Durch seine langjährige Tätigkeit hat er sich als Autor zahlreicher Analysen und Kommentare zu wirtschaftlichen und börsenrelevanten Themen etabliert.

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