Der US-Rüstungskonzern AeroVironment treibt die technische Weiterentwicklung seiner unbemannten Systeme voran. Gestern gab das Unternehmen eine Kooperation mit dem Konnektivitätsspezialisten Elsight bekannt. Ziel der Partnerschaft ist es, die Ausfallsicherheit und Kommunikationsreichweite des modularen Systems Mayhem 10 unter anspruchsvollen Einsatzbedingungen spürbar zu verbessern.

An den Finanzmärkten konnte die Ankündigung den jüngsten Abwärtsdruck jedoch nicht stoppen. Die Aktie von AeroVironment gab gestern im Handel um 4,8 Prozent nach und schloss bei 108,10 Euro. Damit notiert der Titel mit einem Abstand von lediglich 0,1 Prozent nur hauchdünn über seinem 52-Wochen-Tief von 107,95 Euro, das ebenfalls gestern markiert wurde.

Elsight liefert Halo-Technologie für Mayhem 10

Im Mittelpunkt der vereinbarten Zusammenarbeit steht die Integration der Halo-Technologie von Elsight in das Mayhem-10-System. Mayhem 10 ist als autonomes und modular aufgebautes System für Einsätze in der Luft, am Boden sowie im maritimen Bereich konzipiert. Seine offene Architektur erlaubt die Aufnahme verschiedener einsatzspezifischer Nutzlasten.

Die Kommunikationsplattform von Elsight soll künftig Satellitenfunk, private und öffentliche Mobilfunknetze sowie Punkt-zu-Punkt-Funkverbindungen in einem einzigen Datenkanal bündeln. Durch diese automatische Anpassung an wechselnde Netzwerkbedingungen soll die Abhängigkeit von einzelnen Übertragungswegen entfallen.

Zugleich zielt das System darauf ab, den Bedienaufwand für die Operateure zu verringern und den Einsatz in elektronisch umkämpften Umgebungen sicherzustellen. Die konkreten Integrationsarbeiten zwischen den beiden Unternehmen laufen bereits.

Internationale Ausrichtung bei Fertigung und Wartung

Die technologische Nachrüstung reiht sich in parallele Schritte zur Ausweitung der weltweiten Präsenz ein. Neben der Aufwertung bestehender Plattformen verhandelt AeroVironment aktuell über regionale Kooperationen in mehreren Schlüsselmärkten.

In Taiwan unterzeichnete das Unternehmen eine Absichtserklärung mit Thunder Tiger, um die Montage von Switchblade-Systemen auf unbemannten Überwasser- und Bodenfahrzeugen sowie eine mögliche Fertigung vor Ort zu prüfen.

Parallel dazu prüft das Management eine Zusammenarbeit mit Alpha Unmanned Systems in Spanien für Schulungs- und Instandhaltungsaufgaben des senkrechtstartenden Starrflüglers JUMP 20. In Australien strebt AeroVironment gemeinsam mit dem Partner NIOA eine lokale Fertigung von autonomen Loitering-UAV-Systemen an, um missionsspezifische Nutzlasten regionaler Zulieferer einzubinden. Während die operative Kooperationspipeline wächst, bleibt die Bewährungsprobe an den Märkten vorerst bestehen.