Affirm Holdings liefert am Donnerstag Quartalszahlen, die auf den ersten Blick überzeugen. Der Gewinn je Aktie klettert auf 0,37 Dollar und schlägt die Erwartungen von 0,27 Dollar deutlich. Die Erlöse steigen um 30 Prozent auf 1,12 Milliarden Dollar und überflügeln die Prognose von 1,06 Milliarden Dollar. Doch die Aktie gibt im nachbörslichen Handel um 2,4 Prozent nach. Der Grund: Die Rückstellungen für Kreditverluste schwellen auf 214,2 Millionen Dollar an, die Verluste aus Kreditkaufverpflichtungen wachsen auf 96,1 Millionen Dollar.
Das Handelsvolumen über die Plattform – das zentrale Wachstumsmaß der Branche – legt um 36 Prozent auf 13,8 Milliarden Dollar zu. Die Zahl aktiver Nutzer erreicht 25,8 Millionen, ein Plus von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das operative Ergebnis dreht mit 118 Millionen Dollar ins Plus, nach einem Verlust von 4 Millionen Dollar im zweiten Quartal 2025. Die bereinigte operative Marge verbessert sich von 27 auf 30 Prozent.
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Kartenwachstum überzeugt, Ausblick enttäuscht
Die Affirm Card entwickelt sich zum Zugpferd. Das Volumen über die Karte explodiert um 159 Prozent auf 2,19 Milliarden Dollar. Die Nutzerbasis verdoppelt sich nahezu auf 3,7 Millionen. CEO Max Levchin erklärt: „Verbraucher werden schlauer, wenn es darum geht, Alternativen zu Kreditkarten mit versteckten Gebühren zu finden.“
Für das dritte Quartal stellt Affirm Erlöse zwischen 970 Millionen und 1 Milliarde Dollar in Aussicht – knapp unter der Analystenschätzung von 978,3 Millionen Dollar. Das Wachstumstempo soll sich verlangsamen: Von 36 Prozent im zweiten Quartal auf rund 30 Prozent im dritten und 25 Prozent im vierten Quartal. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet das Management mit Erlösen von 4,09 bis 4,15 Milliarden Dollar.
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Delinquenzrate steigt, neue Partnerschaften aufgebaut
Die Quote der Zahlungsausfälle über 30 Tage – ohne Peloton und Pay-in-X-Kredite – erhöht sich im Jahresvergleich um 18 Basispunkte auf 2,7 Prozent. Zumindest sequenziell bessert sich die Lage: Gegenüber dem Vorquartal sinkt die Rate um 7 Basispunkte.
Bank of America sieht die Aktie nach den Zahlen unterbewertet. Analyst Mihir Bhatia meint, die negative Reaktion rühre daher, dass Investoren eine stärkere Anhebung der Prognose erhofft hätten. Affirm leiste sich traditionell konservative Ausblicke. Das Unternehmen baut sein Händlernetzwerk aus und wird exklusiver Ratenzahlungspartner für QuickBooks Payments. Die Partnerschaften mit Expedia und Wayfair werden erweitert. Die Zahl aktiver Händler wächst um 42 Prozent auf 478.000.
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