Agnico Eagle Mines durchlebt eine Phase der Gegensätze. Während das Minenunternehmen in 12 Monaten rund 32 Prozent an Wert gewann, hat die Aktie zuletzt kräftig Federn gelassen.
Der Kurs notiert bei 137,35 Euro. Das sind fast 39 Prozent unter dem Rekordhoch von März. Der RSI liegt bei 43 Punkten – weder überkauft noch überverkauft. Anleger warten ab. Der Grund: ein operativer Unfall mit Folgen.
Riss im Betrieb: Die Barnat-Baustelle
Am 1. Juli rutschte eine Gesteinsmasse im Barnat-Tagebau ab. Die Folge: Die Mine, Teil des Canadian-Malartic-Komplexes, steht still.
Das schmerzt. Für das zweite Halbjahr 2026 fehlen daher 60.000 bis 80.000 Unzen Gold. Einige Analysten warnen: Der Ausfall könnte sich bis 2028 ziehen – mit jährlichen Verlusten von bis zu 150.000 Unzen. Kein Wunder, dass die Stimmung gedämpft bleibt.
Hoffnung vom Nachbarn
Das Management sucht nach Lösungen. Im Fokus: die Parbec-Lagerstätte von Renforth Resources direkt neben Canadian Malartic. Renforth hat Ende Juni erste Arbeiten abgeschlossen. Branchenbeobachter halten eine Übernahme oder strategische Partnerschaft für wahrscheinlich.
Bis dahin müssen die Zahlen fürs zweite Quartal überzeugen. Die kommen Ende Juli. Die Messlatte sitzt hoch. Zuvor meldete Agnico einen Umsatz von 4 Milliarden Dollar – plus 66 Prozent. Der Gewinn je Aktie von 3,40 Dollar übertraf die Erwartungen. Jetzt fragen sich Investoren, wie stark Barnat die Bilanz belastet.
Institutionen uneins
Interessant: Großanleger gehen unterschiedliche Wege. Montrusco Bolton Investments reduzierte sein Engagement im ersten Quartal um knapp fünf Prozent auf 162.760 Aktien. Lee Danner & Bass wiederum kauften zu.
Die institutionelle Haltequote bleibt mit über 68 Prozent hoch. Analysten vergeben im Schnitt ein „Moderate Buy“. Das Kursziel liegt bei umgerechnet rund 236 Dollar – gut 70 Prozent über dem aktuellen Niveau.
Die vollständige Antwort gibt es Ende Juli. Dann zählt nur eins: die konkrete Barnat-Prognose.
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