Airbus treibt gleich mehrere Baustellen voran: Der Flugzeughersteller hat ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm bestätigt, während in Belfast der Ausbau der Produktionskapazitäten begonnen hat. Für Anleger verdichtet sich damit ein Bild finanzieller Stärke bei gleichzeitigem Investitionswillen.

Fünf Milliarden Euro für Aktionäre

Der Verwaltungsrat von Airbus hat den Startschuss für ein Aktienrückkaufprogramm über 5 Milliarden Euro gegeben, das über die kommenden drei Jahre umgesetzt werden soll. Ein Rückkauf dieser Größenordnung signalisiert Vertrauen des Managements in die eigene Kapitalstärke und dürfte je Aktie unterstützend wirken, sofern das Programm wie angekündigt durchläuft.

Die Aktie schloss gestern bei 207,60 Euro, ein Minus von 1,0 Prozent. Über die vergangenen sieben Handelstage hat das Papier 2,5 Prozent verloren, bleibt aber auf Sicht von 30 Tagen mit einem Plus von 4,0 Prozent im Aufwärtstrend.

Ausbau in Belfast für A220-Ramp-up

Parallel zur Kapitalrückgabe investiert Airbus in die Zukunft der A220-Baureihe. In Belfast hat der Bau einer gut 6.200 Quadratmeter großen Erweiterung der Flügelfertigung begonnen. Ziel ist es, die Produktion bis 2028 auf 13 Maschinen pro Monat zu steigern.

Die Investition unterstreicht, dass Airbus trotz der laufenden Kapitalrückgabe an Aktionäre nicht bei den Wachstumsprogrammen spart – ein Signal, das Anleger als Ausdruck einer robusten operativen Basis lesen dürften.

Auftragslage und operative Details

Auch das Tagesgeschäft liefert Substanz: Im Juli verbuchte Airbus 204 Bruttoaufträge, angeführt von einer Bestellung über 100 Maschinen der A320neo-Familie durch SMBC Aviation Capital.

Gleichzeitig lieferte der Konzern im Juli 67 Verkehrsflugzeuge aus, womit sich der Jahresstand auf 418 Einheiten summiert – bei einem Jahresziel von rund 870 Maschinen. Die Zahlen zeigen, dass Airbus im zweiten Halbjahr das Tempo deutlich anziehen muss, um die Vorgabe zu erreichen.

Im Hubschraubergeschäft kamen zusätzliche Impulse hinzu: Die US-Armee vergab einen Fest-Auftrag über 115,4 Millionen US-Dollar für zehn UH-72B-Lakota-Hubschrauber, mit Optionen bis zu einem Gesamtwert von 140,7 Millionen US-Dollar. Die kanadische Luftwaffe erhielt zudem die erste Maschine ihrer neuen H135-Flotte im Rahmen des Ausbildungsprogramms Future Aircrew Training.

Regulatorische Nebenschauplätze

Nicht alle Meldungen fielen positiv aus. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat eine neue Lufttüchtigkeitsanweisung für die Modelle A330 und A340 vorgeschlagen, nachdem Kraftstofflecks an Niederdruck-Absperrventilen gemeldet wurden. Auch für die H160-B-Hubschrauber schlug die Behörde eine Anweisung wegen möglicher Lücken bei der feuerfesten Dichtung im Frachtraum vor.

Zudem musste die britische Einheit Airbus Operations Limited eine Rekordzahlung von umgerechnet über 6,4 Millionen Pfund an die britische Steuerbehörde HMRC leisten, um mehrere Verstöße gegen Exportkontrollvorschriften bei Technologietransfers zu bereinigen.

Solche regulatorischen Vorgänge belasten das operative Geschäft in der Breite kaum, zeigen aber die Komplexität eines global aufgestellten Luftfahrtkonzerns.

Mit einem Abstand von 6,2 Prozent zum 52-Wochen-Hoch bei 221,25 Euro und einer Marktkapitalisierung von 170,48 Milliarden Euro bleibt Airbus nahe seiner Bestmarke. Die Kombination aus Aktienrückkauf, Kapazitätsausbau und solider Auftragslage dürfte die fundamentale Basis für diese Bewertung in den kommenden Monaten stützen.