Airbus hat am Freitag einen weiteren Festauftrag für seine A320neo-Familie gemeldet: Aviation Capital Group bestellte 75 Flugzeuge. Die Bestellung stärkt den Auftragsbestand vor den anstehenden Quartalszahlen. Eine höhere Auslieferungsprognose folgt daraus allerdings nicht automatisch: RBC Capital rechnete bei seiner jüngsten Einschätzung nicht mit einer Anhebung.
Bestellungen stärken das Verkehrsflugzeuggeschäft
Mit dem neuen Vertrag steigen die historischen Bestellungen von Aviation Capital Group für die A320neo-Familie nach Airbus-Angaben auf 190 Flugzeuge. Damit baut der Kunde sein Engagement für diesen Flugzeugtyp aus.
Der Auftrag steht nicht allein. Airbus meldete im Oktober weitere Festbestellungen im Verkehrsflugzeuggeschäft. Für Anleger ist dabei die Unterscheidung wichtig: Neue Aufträge sichern künftiges Geschäft, sind aber nicht mit bereits ausgelieferten Maschinen gleichzusetzen.
Am 9. Oktober bestellte Avolon insgesamt 110 Flugzeuge. Der Vertrag umfasst 35 A330-900 sowie 75 Maschinen der A320neo-Familie.
Die Aufträge betreffen damit sowohl die A320neo-Familie als auch das A330-Programm. Aus den Vertragsmeldungen allein lässt sich jedoch keine Aussage darüber ableiten, ob Airbus seine kurzfristigen Auslieferungsziele übertreffen wird. Genau diese Trennung zwischen Nachfrage und Auslieferungserwartung prägt auch die jüngste Analysteneinschätzung.
RBC unterscheidet zwischen Nachfrage und Ausblick
Medienberichten zufolge senkte RBC Capital am 15. Oktober das Kursziel für Airbus von 250 EUR auf 240 EUR. Die Einstufung blieb bei „Outperform“.
Das Analysehaus verwies auf Unsicherheit bei Verteidigungsbudgets. Zugleich erwartete es starke Ergebnisse im Geschäft mit Wartung und Ersatzteilen. Eine Anhebung des Ausblicks für die Auslieferungen von Verkehrsflugzeugen erwartete RBC dagegen nicht.
Die Einschätzung fällt damit differenziert aus: RBC bewertet die Aktie trotz des gesenkten Kursziels weiterhin positiv. Die Zurückhaltung betrifft insbesondere die Erwartung an den Auslieferungsausblick, während das nachgelagerte Servicegeschäft nach Einschätzung des Hauses Unterstützung liefern dürfte.
Quartalszahlen als nächster Prüfstein
Die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 sollen Medienberichten zufolge am 28. Oktober veröffentlicht werden. Der Termin ist damit der nächste angekündigte Berichtsanlass für Airbus.
Für Anleger treffen dann die neuen Bestellungen auf die operative Entwicklung. Im Mittelpunkt steht, wie sich die Geschäftsergebnisse und der Auslieferungsausblick zu den Erwartungen verhalten. Die jüngsten Aufträge belegen zusätzliche Nachfrage. Ob daraus bereits kurzfristig stärkere Ergebnisse entstehen, beantworten sie noch nicht.
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