Aixtron hat den Rückschlag vom Freitag zum Wochenstart wieder aufgeholt. Auslöser ist ein Analysten-Upgrade: Kepler Cheuvreux stuft die Aktie von „Neutral“ auf „Buy“ hoch. Im Xetra-Handel stieg das Papier am Vormittag um 3,9 Prozent auf 33,59 Euro, zeitweise kostete es 34,43 Euro.
Kurs halbiert, Schätzungen steigen
Die Begründung der Kepler-Analysten ist schlicht. Der Kurs hat sich seit dem Hoch vor fünf Monaten fast halbiert, die Gewinnschätzung je Aktie für 2027 ist dagegen um 28 Prozent gestiegen. Hinzu kommen höhere Kundenbuchungen und längere Lieferzeiten. Das Kursziel belässt Kepler bei 44 Euro.
Auch andere Häuser bleiben zuversichtlich. JPMorgan bestätigt „Overweight“ und senkt das Ziel von 54 auf 52,50 Euro, allerdings nur wegen eines Wechsels der Bewertungsmethode auf Basis der Schätzungen für 2028. Analyst Craig McDowell sieht den Optoelektronik-Zyklus als immer größer und nachhaltiger. Parallel erholt sich das Geschäft mit Galliumnitrid und Siliziumkarbid.
Die übrigen Kursziele liegen darunter, aber klar über dem aktuellen Kurs:
- mwb research: 45 Euro
- Jefferies: 44 Euro
- Deutsche Bank: 42 Euro
Volle Bücher, lange Wartezeiten
Die Zahlen des dritten Quartals stützen das Bild. Aixtron sammelte Aufträge über 274,9 Millionen Euro ein, ein Plus von 122 Prozent. Das EBIT lag bei 56,7 Millionen Euro, die Jahresprognose steht. Laut mwb research erwartet das Management Bestellungen in dieser Größenordnung noch für zwei bis drei Quartale.
Die Kehrseite: Wer heute bestellt, wartet rund zwölf Monate auf seine Anlage. Zuvor waren es sechs bis neun. Jefferies verweist zudem auf eine interne Kapazitätsgrenze von etwa einer Milliarde Euro Jahresumsatz, bis 2028 ein Werk in Malaysia anläuft.
Bei der Marge bremsen die Experten. Die Bruttomarge von 48 Prozent im Sommerquartal dürfte sich kaum wiederholen, da zum Jahresende mehr ältere Systeme und mehr Lieferungen nach China anstehen.
Rückenwind kommt aus mehreren Richtungen. Bei Galliumnitrid bauen Kunden wieder Kapazitäten auf, etwa für die Stromversorgung von KI-Rechenzentren. Bei Indiumphosphid sind größere Substrate knapp, weshalb Kunden länger bei kleineren Wafern bleiben und für dieselbe Menge mehr Anlagen brauchen.
JPMorgans Strategen rechnen damit, dass sich Nachfrage und Kapazitäten im Halbleitersektor wohl nicht vor 2028 ausbalancieren. Die Preise dürften 2027 weiter anziehen. Den jüngsten Kursrückschlag der Branche werten sie als gesund.
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