Erst der Absturz, dann die Gegenbewegung: Aixtron hat am Donnerstag einen Handelstag erlebt, der zwei Gesichter zeigte. Tagsüber belasteten Finanzierungssorgen beim KI-Cloud-Anbieter CoreWeave die Aktie, am Abend lieferte der Anlagenbauer Quartalszahlen deutlich über den Erwartungen.
Tagsüber unter Druck
Ein weltweiter Ausverkauf bei Chipwerten setzte die Technologiebranche unter Druck. Auslöser waren überraschend hohe US-Inflationsdaten und Zweifel an der Finanzierung des KI-Ausbaus. Aixtron verlor zunächst weitere 12,7 Prozent. Der TecDAX schloss rund 0,7 Prozent im Minus.
Die Sorgen um CoreWeave treffen einen sensiblen Nerv: Die Nachfrage nach Aixtron-Anlagen hängt stark am Ausbau von KI-Rechenzentren.
Zahlen drehen das Bild
Nach Handelsschluss meldete Aixtron für das dritte Quartal einen Auftragseingang von rund 275 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es 124 Millionen. Die mittlere Analystenerwartung lag bei 214,6 Millionen Euro, der Wert übertrifft sie damit um gut 28 Prozent. Auch das zweite Quartal mit 214,5 Millionen Euro liegt klar dahinter.
Konzernchef Felix Grawert verweist auf die hohe Nachfrage nach Anlagen für Laseranwendungen in der KI-Datencenter-Kommunikation. Genau dieses Geschäft trägt die Bestellungen.
Noch auffälliger ist die Profitabilität. Der Umsatz stieg um rund 54 Prozent auf etwa 184 Millionen Euro und lag damit innerhalb der angekündigten Spanne. Das operative Ergebnis erreichte etwa 57 Millionen Euro, nach 15,4 Millionen im Vorjahr.
Die operative Marge sprang von 13 auf rund 31 Prozent. Grawert führt das maßgeblich auf einen vorteilhaften Produktmix zurück.
Prognose bleibt unverändert
Trotz des starken Quartals ließ Aixtron die Jahresprognose unverändert. Das wirkt vorsichtig, zumal die Zahlen klar über den Erwartungen lagen. Mehr Klarheit bringt der Bericht zu den vollständigen Neunmonatszahlen am 29. Oktober.
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