Guggenheim hält trotz Risiken im Cloud-Geschäft an seiner Kaufempfehlung für Akamai fest. Das Analysehaus bestätigte gestern sein Kursziel von 225 US-Dollar. Die am 5. November 2026 anstehenden Quartalszahlen bilden den nächsten Prüfstein: Kurzfristig sieht Guggenheim begrenzten Spielraum für positive Überraschungen, langfristig setzt das Haus auf Wachstum durch den Anthropic-Vertrag.

Kurzfristige Risiken, langfristige Erwartungen

Im Mittelpunkt der Einschätzung steht der am 24. September angekündigte Anthropic-Deal über 11,6 Milliarden US-Dollar. Guggenheim bleibt von dessen Potenzial überzeugt. Das Modell des Hauses erwartet bis 2028 Wachstumsraten deutlich oberhalb des niedrigen zweistelligen Bereichs.

Für den unmittelbar bevorstehenden Bericht fällt die Einschätzung vorsichtiger aus. Guggenheim sieht Risiken beim Cloud- und Infrastrukturumsatz. Das Sicherheitsgeschäft und der Bereich Delivery könnten dagegen leichtes zusätzliches Umsatzpotenzial bieten. Die Analysten erwarten somit keine durchgehend starke Entwicklung aller Geschäftsbereiche.

Die Umsatzprognose und die Prognose zum Wachstum des Sicherheitsgeschäfts für 2026 hält Guggenheim für erreichbar. Viel Luft nach oben erkennt das Haus allerdings nicht. Die bestätigte Kaufempfehlung ist deshalb vor allem eine langfristige Aussage und kein Signal für eine erwartete deutliche Prognoseanhebung.

Für Anleger liegt darin eine wichtige Unterscheidung: Die Zuversicht zum Anthropic-Vertrag ersetzt keine belastbare Entwicklung im laufenden Geschäft. Beim anstehenden Bericht werden daher sowohl die kurzfristigen Cloud-Risiken als auch die längerfristigen Wachstumserwartungen relevant. Eine schwächere Entwicklung im Infrastrukturgeschäft würde einen anderen Teil der Bewertung betreffen als das erwartete Potenzial des Großvertrags.

Gewinnpotenzial bleibt eine Modellannahme

Auch DA Davidson empfiehlt Akamai weiterhin zum Kauf, hat seine Erwartungen aber zurückgenommen. Das Haus senkte sein Kursziel von zuvor 185 auf 150 US-Dollar. Damit verbindet sich eine positive grundsätzliche Einschätzung mit einer vorsichtigeren Bewertung.

Der Unterschied zu Guggenheim macht deutlich, dass eine Kaufempfehlung nicht automatisch dieselben Erwartungen an den künftigen Unternehmenswert bedeutet. Beide Häuser sehen Chancen. Wie hoch sie diese gewichten, unterscheidet sich jedoch erheblich.

DA Davidson erwartet aus Verpflichtungen für Cloud-Infrastrukturdienste über 14,4 Milliarden US-Dollar bis 2029 einen Beitrag zum Gewinn je Aktie von rund 4 US-Dollar. Dabei handelt es sich um eine Analystenschätzung und nicht um bereits gemeldete Erträge.

Akamais bevorstehende Zahlen müssen damit zwei Zeithorizonte zusammenbringen. Kurzfristig zählt, ob die bestehenden Prognosen trotz der von Guggenheim benannten Risiken erreichbar bleiben.

Längerfristig richtet sich der Blick darauf, wie sich die vertraglichen Verpflichtungen in Geschäftswachstum und Gewinn übersetzen. Genau diese Trennung erklärt, warum Guggenheim optimistisch bleibt, ohne für den nächsten Bericht große Überraschungen zu erwarten.