Die Allianz schafft das beste operative Ergebnis ihrer Geschichte und kündigt ein Aktienrückkaufprogramm über 2,5 Milliarden Euro an. Die Dividende steigt um satte 11 Prozent. Trotzdem reagiert die Börse verhalten. Der Grund: Für 2026 stellt der Konzern kaum Wachstum in Aussicht.

Operative Stärke aus dem Kerngeschäft

Das operative Ergebnis kletterte 2025 um 8,4 Prozent auf 17,4 Milliarden Euro. Der Kerngewinn legte um fast 11 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro zu. Besonders die Schaden- und Unfallversicherung überzeugte mit einem Gewinnsprung von knapp 14 Prozent. Die verbesserte Schaden-Kosten-Quote von 92,2 Prozent zeigt: Das Wachstum stammt nicht aus Sondereffekten, sondern aus diszipliniertem Underwriting und geringeren Naturkatastrophenlasten.

Die solide Basis spiegelt sich auch in der Solvency-II-Quote von 218 Prozent wider. Diese Kapitalstärke ermöglicht die angekündigten Rückführungen an die Aktionäre.

2,5 Milliarden für Aktienrückkäufe

Der Versicherer startet im März ein neues Rückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 2,5 Milliarden Euro. Alle zurückgekauften Aktien werden eingezogen, was die Anzahl der ausstehenden Papiere dauerhaft senkt. Parallel schlägt der Vorstand eine Dividende von 17,10 Euro je Aktie vor – 11 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Kombination aus Rekordergebnis, Dividendenerhöhung und milliardenschwerem Rückkaufprogramm unterstreicht die finanzielle Stärke des Konzerns.

Prognose bremst Kursfantasie

Für 2026 peilt die Allianz ein operatives Ergebnis von 17,4 Milliarden Euro an, mit einer Schwankungsbreite von plus/minus einer Milliarde Euro. Das entspricht bestenfalls einer Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau. Diese vorsichtige Formulierung dämpft die Erwartungen, auch wenn der Konzern seine Prognosen in der Vergangenheit häufig im Jahresverlauf nach oben korrigiert hat.

Die nächsten Monate bringen Klarheit: Am 13. März folgt der finale Geschäftsbericht, am 7. Mai tagt die Hauptversammlung in München. Die Quartalszahlen am 13. Mai werden zeigen, ob der Konzern erneut seine eigene Prognose übertrifft – oder ob das Wachstumstempo tatsächlich nachlässt.