Ein neuer Bestwert beim operativen Gewinn – und trotzdem ging es mit der Aktie abwärts. Bei der Allianz klafften am Freitag Fundamentaldaten und Kursreaktion auseinander, ein Muster, das Anleger aufmerken lässt. Der Widerspruch erklärt sich beim Blick unter die Oberfläche der Bilanz.
Das operative Ergebnis des zweiten Quartals kletterte auf rund 4,9 Milliarden Euro, ein Plus von fast elf Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein Rekordwert für den Versicherer. Für das erste Halbjahr summierte sich das operative Ergebnis auf etwa 9,4 Milliarden Euro. Das gesamte Geschäftsvolumen stieg auf rund 45,6 Milliarden Euro, intern sogar um 5,7 Prozent.
Warum der Gewinn nicht überall ankam
Unter dem Strich sah die Sache anders aus. Der den Anteilseignern zurechenbare Kernüberschuss fiel im Quartal auf etwa 2,5 Milliarden Euro – deutlich schwächer als das operative Wachstum vermuten ließe. Realisierte Veräußerungsverluste und Restrukturierungsaufwendungen bremsten das Nettoergebnis, das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei rund 6,5 Euro.
Hinzu kam Kritik am Nicht-Lebensversicherungsgeschäft. Jefferies-Analyst Philip Kett sprach von einem enttäuschenden Wachstum in diesem Segment – ein Punkt, der bei einem Konzern, der traditionell stark auf Sach- und Unfallversicherung setzt, besonders schwer wiegt. Die Aktie reagierte mit einem Rückgang um 1,6 Prozent, während auch der Rückversicherer Munich Re nach eigenen Zahlen unter Druck geriet.
Bäte hält Kurs, DZ Bank hebt Ziel
Vorstandschef Oliver Bäte sieht den Konzern trotz der gemischten Reaktion weiter auf Kurs. Die Jahresprognose von 16,4 bis 18,4 Milliarden Euro operativem Gewinn bleibt unverändert bestehen, der Vorstand visiert dabei einen Wert von rund 17,4 Milliarden Euro an.
Die DZ Bank zeigte sich von den Zahlen überzeugter als der Markt am Freitag. Das Analysehaus hob den fairen Wert für die Allianz-Aktie von 420 auf 486 Euro an und beließ die Einstufung bei „Kaufen“. Als Treiber nannte Analyst Thorsten Wenzel vor allem das Vermögensverwaltungsgeschäft, das im zweiten Quartal von hohen Nettomittelzuflüssen profitierte – operatives Wachstum habe es dabei in allen drei Segmenten gegeben.
Der DAX selbst zeigte sich von der Allianz-Reaktion unbeeindruckt und markierte am Freitag neue Hochs jenseits der 26.400-Punkte-Marke. Für die Allianz-Aktie bleibt die Frage im Raum, ob das Vermögensverwaltungsgeschäft die Schwäche im Nicht-Lebensversicherungssegment auch im weiteren Jahresverlauf ausgleichen kann.
Allianz-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Allianz-Analyse vom 8. August liefert die Antwort:
Die neusten Allianz-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Allianz-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 8. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Allianz: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

