Allianz hat auch in der vergangenen Woche weiter eigene Aktien vom Markt genommen. Wie der Versicherungskonzern mitteilte, wurden 57.715 Aktien im Rahmen des laufenden Rückkaufprogramms erworben.

Seit dem Start am 13. März summieren sich die Käufe damit auf 5.448.823 Aktien. Das Programm läuft im Hintergrund weiter, während sich das Unternehmen mit einem möglichen Milliarden-Deal um den britischen Pannendienst AA sowie einem verkleinerten Vorstand beschäftigt.

Rückkauf als konstantes Element

Der stetige Rückerwerb eigener Anteile signalisiert, dass Allianz trotz der laufenden Übernahmeaktivitäten an ihrer Kapitalrückführungspolitik festhält. Für Aktionäre bedeutet das eine kontinuierliche Stütze der Nachfrageseite, unabhängig von den Schlagzeilen rund um das AA-Angebot vom vergangenen Freitag, das den Kurs seither um 0,8 Prozent belastet hat.

Auch die Vorstandsverkleinerung auf acht Mitglieder sowie der Ausbau der Pimco-Beteiligung, beide vor über einem Monat bekannt geworden, liegen inzwischen hinter dem Unternehmen – der Kurs legte seither um 3,7 Prozent zu.

Im aktuellen Handel notiert die Aktie bei 447,50 Euro und damit rund 1,5 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 454,50 Euro, das erst Anfang September markiert wurde. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt 14 Prozent, was auf einen intakten längerfristigen Aufwärtstrend hindeutet, auch wenn sich der Kurs zuletzt seitwärts bewegt hat.

Barclays bleibt bei kritischer Haltung

Barclays Capital hob das Kursziel für Allianz zuletzt von 350 auf 353 Euro an, beließ das Rating aber auf „Underweight“. Die Anhebung datiert vom 4. September und liegt damit deutlich unter dem aktuellen Kursniveau der Aktie – eine Einschätzung, die die Skepsis des Analysehauses gegenüber der Bewertung des Papiers unterstreicht, selbst nach der jüngsten Anpassung nach oben.

AA-Spekulation als Hintergrundthema

Neben dem eigentlichen Rückkauf und der Analystenmeinung sorgt weiterhin die Frage für Gesprächsstoff, ob Allianz ihr Engagement um die britische Pannenhilfe-Gruppe AA ausweitet.

Bereits Ende August kursierten entsprechende Berichte über ein mögliches Interesse, ohne dass der Konzern dies offiziell bestätigt hätte. Das im vergangenen Monat unterbreitete Angebot bleibt damit Teil eines größeren strategischen Bildes, zu dem auch die im August angekündigte Übernahme von UOB Asset Management zählt – ein Schritt, der das Asiengeschäft des Konzerns stärken soll.

Einordnung für Anleger

Für Investoren ergibt sich damit ein Bild eines Konzerns, der auf mehreren Ebenen gleichzeitig aktiv ist: Kapitalrückführung über Rückkäufe, Expansion in Asien durch die UOB-Übernahme sowie strategische Optionen im britischen Markt rund um AA.

Die Marktkapitalisierung von rund 170 Milliarden Euro und eine Wertentwicklung von 14 Prozent seit Jahresbeginn zeigen, dass der Markt diese Aktivitäten bislang insgesamt honoriert hat, auch wenn einzelne Analysehäuser wie Barclays eine deutlich vorsichtigere Bewertung ansetzen als der aktuelle Kurs widerspiegelt.