Rekordgewinn, laufendes Aktienrückkaufprogramm und eine steigende Dividende — die Allianz liefert operativ ein starkes Bild. Gleichzeitig warnt die konzerneigene Kreditversicherungstochter vor einer anhaltenden Insolvenzwelle. Ein Widerspruch, der die gespaltene Analystenmeinung erklärt.
Rückkaufprogramm nimmt Fahrt auf
Zwischen dem 13. und 20. März erwarb Allianz knapp 500.000 eigene Aktien zu einem Durchschnittspreis von rund 356 Euro. Das läuft im Rahmen eines bis zu 2,5 Milliarden Euro schweren Programms, das der Vorstand Ende Februar beschlossen hat und das bis Ende 2026 abgeschlossen sein soll. Die zurückgekauften Aktien werden eingezogen — ein klassisches Instrument zur Steigerung des Gewinns je Aktie. Bislang wurden etwa zwei Prozent des Gesamtvolumens umgesetzt.
Parallel dazu meldete Amundi S.A., dass die eigenen Stimmrechte an Allianz am 18. März unter die meldepflichtige Drei-Prozent-Schwelle gesunken sind — auf 2,97 Prozent. Formal bedeutsam, in der Praxis aber eine Verschiebung im Nachkommabereich ohne nennenswerte Auswirkung auf die Eigentümerstruktur.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Allianz?
Starke Basis, aber ein Risikofaktor im eigenen Haus
Das operative Fundament ist solide. Allianz erzielte 2025 einen Rekordgewinn von 17,4 Milliarden Euro — ein Plus von 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Alle Geschäftssegmente übertrafen ihre Jahresziele, die Solvency-II-Quote liegt bei komfortablen 218 Prozent. Für 2026 peilt der Konzern erneut 17,4 Milliarden Euro an, mit einer Toleranz von einer Milliarde Euro nach oben oder unten.
Ausgerechnet die Kreditversicherungstochter Allianz Trade liefert dabei ein ambivalentes Signal. Weltweit stiegen die Unternehmensinsolvenzen 2025 um rund sechs Prozent, in Deutschland sogar um elf Prozent auf etwa 24.300 Fälle. Für das laufende Jahr erwartet Allianz Trade einen weiteren Anstieg — wenn auch abgeschwächt. Steigende Kreditausfälle belasten das Kreditversicherungsgeschäft direkt und fließen in das Konzernergebnis ein.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Allianz?
Analysten mit großer Spanne
Die Bandbreite der Analystenmeinungen spiegelt diese Gemengelage wider. Barclays sieht strukturelle Probleme im Nicht-Leben-Geschäft und begrenzt das Kursziel auf 350 Euro — in etwa auf dem aktuellen Kursniveau. Berenberg hingegen taxiert den fairen Wert auf 504 Euro und verweist auf die Preissetzungsmacht und Kapitalstärke des Konzerns. Eine Differenz von über 150 Euro zwischen zwei Einschätzungen ist ungewöhnlich groß und zeigt, wie unterschiedlich die Risikobewertung im Markt ausfällt.
Den ersten konkreten Datenpunkt für das laufende Jahr liefert Allianz am 13. Mai mit den Erstquartalszahlen — kurz nach der Hauptversammlung am 7. Mai in München. Bis dahin bleibt offen, ob das Kreditversicherungsgeschäft die Jahreszielmarke bereits unter Druck setzt.
Allianz-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Allianz-Analyse vom 30. März liefert die Antwort:
Die neusten Allianz-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Allianz-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 30. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Allianz: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


