Fast ein Drittel des Werts verloren – und dann die Kehrtwende. Almonty Industries hat einen technischen Ausverkauf hinter sich, der mit dem freiwilligen Rückzug von der Toronto Stock Exchange (TSX) zusammenhing. Seit dem 3. August erholt sich die Aktie an der Nasdaq und in Frankfurt spürbar.

Zwangsverkäufe drücken den Kurs

Am 31. Juli 2026 verließ Almonty offiziell die TSX. Der Wolfram-Produzent konzentriert sein Listing künftig auf New York und Frankfurt. In den 30 Tagen davor rutschte der Kurs um fast 33 Prozent ab.

Der Grund lag nicht im operativen Geschäft. Der Rückzug aus Toronto löste eine automatische Streichung aus mehreren Small-Cap-Indizes aus, darunter der FTSE Global Small Cap Index und der Solactive GBS Canada Small Cap Index. Passive Fonds und ETFs mit Mandat auf TSX-Titel mussten ihre Positionen bis zum letzten Handelstag zwangsweise verkaufen.

Diese gebündelten Verkäufe drückten den Kurs auf einen letzten TSX-Schlusskurs von 15,51 kanadischen Dollar. Seit dem 3. August dreht der Wind. An der Nasdaq legte die Aktie um 13,3 Prozent auf rund 12,53 US-Dollar zu. Auch auf deutschen Handelsplätzen wie Tradegate zog der Kurs an – ein Signal, dass wertorientierte Investoren das überschüssige Angebot aufnehmen.

Sangdong nimmt Betrieb auf

Während sich die Kapitalmarktstruktur neu ordnet, hat Almonty operativ einen wichtigen Schritt geschafft. Am 1. Juli 2026 startete die Aufbereitungsanlage der Sangdong-Mine in Südkorea den Durchsatzbetrieb. Damit wandelt sich das Unternehmen vom Minenentwickler zum aktiven Produzenten von verkaufsfähigem Wolframkonzentrat.

Die Anlage verarbeitet zunächst einen Erzvorrat von etwa 139.700 Tonnen. CEO Lewis Black betonte in einem Aktionärs-Update am 2. August, die Anlage laufe nun im Regelbetrieb. Damit positioniert sich Sangdong als einer der größten Wolfram-Lieferanten außerhalb Chinas – in einer Zeit, in der Rüstungs- und Technologiebranchen verstärkt auf sichere Lieferketten für kritische Rohstoffe achten.

Konzentration auf zwei Börsenplätze

Der TSX-Abschied ist Teil einer breiteren Strategie: Almonty will Listing-Kosten senken und Liquidität bündeln. Bereits genehmigt ist der Rückzug von der Australian Securities Exchange (ASX). Der Handel mit den dortigen CHESS Depositary Interests endet am 28. August 2026, die formale Streichung folgt am 1. September.

Von drei Kernmärkten bleiben künftig zwei übrig – die Nasdaq Capital Market unter dem Ticker ALM und die Frankfurter Börse. Das Management will damit doppelte Regulierungs- und Verwaltungskosten vermeiden. Trotz des Ausschlusses aus kanadischen Small-Cap-Indizes schaffte Almonty Ende Juni 2026 den Sprung in die Large-Cap-Indizes Russell 1000 und Russell 3000 – ein Zeichen für die wachsende Marktkapitalisierung und das steigende institutionelle Interesse in den USA.

Analysten sehen Aufwärtspotenzial

Die Stimmung unter Analysten bleibt konstruktiv. Oppenheimer setzt ein Kursziel von 25 US-Dollar, DA Davidson sogar 33 US-Dollar. Der Konsens der beobachteten Analysten lautet „Moderate Buy“ bei einem durchschnittlichen Kursziel von 21,88 US-Dollar.

Im Fokus der Investoren steht jetzt der Produktionshochlauf in Sangdong. Trotz historischer Verluste übertraf der jüngste Quartalsumsatz von 25,4 Millionen US-Dollar die Erwartungen – getragen von den bestehenden Standorten in Portugal und Spanien. Ob sich daraus eine nachhaltige Neubewertung der Aktie ergibt, hängt nun maßgeblich davon ab, wie schnell Sangdong tatsächlich Umsatz aus dem Wolframkonzentrat generiert.