Almonty Industries hat einen guten Lauf. Die Aktie des Wolfram-Produzenten legte am vergangenen Handelstag um 13,6 Prozent zu und schloss bei 12,56 Dollar. Auslöser waren frische Produktionsdaten aus der Sangdong-Mine in Südkorea sowie ein weiterer Schritt bei der Konzentration des Aktienhandels auf die Nasdaq.

Der Wolfram-Vorrat wächst

Im zweiten Quartal förderte Almonty zusätzlich 19.700 Tonnen Entwicklungserz mit einem Gehalt von 0,35 Prozent. Der gesamte Vorrat an gelagertem Erz liegt damit bei rund 139.700 Tonnen, bei einem durchschnittlichen Gehalt von etwa 0,25 Prozent Wolframtrioxid. Das Material wartet auf die Inbetriebnahme der Verarbeitungsanlage.

Nach Einschätzung des Unternehmens deckt der im Vorrat enthaltene Wolframanteil rund 2,6 Monate der Phase-I-Verarbeitung ab. Der geschätzte Bruttowert liegt bei etwa 68 Millionen Dollar. Die Zahlen folgen auf eine frühere Meldung: Almonty hatte bereits im Vormonat mit der Verarbeitung in Sangdong begonnen und damit den Schritt von der Minenentwicklung zur Produktion von verkaufsfähigem Wolframkonzentrat vollzogen.

Am 6. August kühlte sich die Rallye etwas ab. Die Aktie bewegte sich zwischen 13,33 und 14,04 Dollar und notierte zuletzt bei 13,44 Dollar. Trotz des Rücksetzers liegt der Kurs damit weiterhin deutlich über dem Niveau vom Frühsommer.

Nasdaq wird zur Hauptbörse

Parallel zur operativen Entwicklung treibt Almonty die Bündelung seines Aktienhandels voran. Die australische Börse ASX hat dem freiwilligen Delisting zugestimmt. Der Handel mit CDIs endet am 28. August 2026, das Delisting wird zum 1. September 2026 wirksam.

Als Grund nennt das Unternehmen die niedrigen und rückläufigen Handelsvolumina an der ASX im Vergleich zur Nasdaq. Der Schritt folgt auf das bereits beschlossene Delisting von der Toronto Stock Exchange, das zum 31. Juli 2026 in Kraft trat.

CDI-Inhaber erhielten am 29. Juli ein Schreiben, das eine einmonatige Ankündigungsfrist einleitet. Sie können ihre Anteile entweder am Markt verkaufen oder im Verhältnis 1:1 in Nasdaq-Aktien umwandeln. Wer die Beteiligung behalten will, kann die Umwandlung jederzeit bis zum Schließen der Verkaufsfazilität am 6. November 2026 vornehmen.

Analysten bleiben zuversichtlich

Die Stimmung unter Analysten hat sich durch die jüngste Produktionsdynamik kaum eingetrübt. Neun Analysten bewerten die Aktie im Schnitt mit „Strong Buy“, das durchschnittliche Kursziel für die nächsten zwölf Monate liegt bei 23,71 Dollar. Auch Zacks Investment Research stuft den Titel positiv ein und vergibt einen Zacks Rank #2 (Buy) innerhalb der Branche Mining – Miscellaneous.

Als möglichen nächsten Kurstreiber sehen Analysten die anstehenden Quartalszahlen. Erwartet wird ein Gewinn von 0,10 Dollar je Aktie – ein Plus von 300 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Beim Umsatz rechnen Analysten mit 52,66 Millionen Dollar, ein Anstieg um 912,6 Prozent.

Bilanz zeigt Wachstumsschmerzen

Hinter der Kursrallye steht ein Unternehmen mitten im kapitalintensiven Ausbau einer Mine. Die Bilanzstruktur wirkt solide: Die Liquiditätsquote liegt bei rund 2,5, die Verschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital unter 0,5. Der Cashflow bleibt jedoch unregelmäßig, weil Almonty stark in Anlagen und Ausrüstung investiert – typisch für eine Mine im Hochlauf.

Im Gesamtjahr 2025 erzielte Almonty einen Umsatz von 32,51 Millionen Dollar, ein Plus von 12,75 Prozent gegenüber den 28,84 Millionen Dollar im Vorjahr. Der Verlust wuchs jedoch auf 161,91 Millionen Dollar – ein Anstieg von 893,5 Prozent. Die Zahl erinnert daran: Die aktuellen Meilensteine bei Vorrat und Abnahmeverträgen liegen noch vor dem Weg zu nachhaltiger Profitabilität.

Die kommenden Wochen dürften zeigen, wie schnell sich die Verarbeitungskapazität in Sangdong hochfahren lässt. Der für Mitte August erwartete Quartalsbericht wird ein erster Test dafür, ob die im Kurs eingepreisten Wachstumsannahmen tragen. Mit dem Abschluss der Delistings von ASX und TSX verschiebt sich die Handelsliquidität in den kommenden Wochen zudem endgültig auf Nasdaq und Frankfurt.