Almonty Industries hat für das zweite Quartal 2026 einen Gewinnsprung vorgelegt, der selbst für die Rohstoffbranche ungewöhnlich ausfällt. Der Umsatz kletterte um 498 Prozent auf 43 Millionen Dollar, verglichen mit rund 7,2 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Unter dem Strich stand ein Nettoergebnis von 181,8 Millionen kanadischen Dollar – nach einem Verlust von 58,2 Millionen kanadischen Dollar ein Jahr zuvor.
Getragen wird der Ergebnissprung maßgeblich vom Hochlauf der Sangdong-Mine in Südkorea sowie von den historisch hohen Wolframpreisen. Das bereinigte EBITDA drehte von minus 4,8 Millionen auf plus 17,6 Millionen Dollar, der verwässerte Gewinn je Aktie lag bei 0,62 Dollar nach minus 0,30 Dollar im Vorjahr.
Neubewertungsgewinne prägen das Bild
Ein genauerer Blick auf die Zahlen relativiert die Dimension des Nettogewinns allerdings: Rund 173,1 Millionen Dollar des Ergebnisses entfallen auf nicht zahlungswirksame Neubewertungsgewinne. Das operative Geschäft wächst zwar kräftig, doch der Großteil des ausgewiesenen Gewinns stammt aus einer buchhalterischen Anpassung und nicht aus dem laufenden Verkauf von Wolframkonzentrat. Anleger sollten diesen Unterschied im Blick behalten, wenn sie die Bewertung des Unternehmens einordnen.
Operativ bleibt die Story dennoch intakt: Sangdong soll künftig 640.000 Tonnen pro Jahr fördern, in einer zweiten Ausbaustufe sogar bis zu 1,2 Millionen Tonnen. Zum 30. Juni verfügte Almonty über eine Barreserve von 1,2 Milliarden Dollar – ein Polster, das dem Unternehmen Spielraum für den weiteren Minenausbau verschafft.
Lieferabkommen und Indexaufnahme flankieren die Zahlen
Neben dem Quartalsbericht sorgten zuletzt weitere Nachrichten für Aufmerksamkeit. Mitte Juli einigte sich Almonty mit Global Tungsten & Powders auf ein Abkommen, das auf einen Jahresumsatz von 490 Millionen Dollar ausgelegt ist. Ende Juni wurde das Unternehmen zudem in die Russell-1000- und Russell-3000-Indizes aufgenommen, was die gestiegene Marktkapitalisierung und das erweiterte Investoreninteresse unterstreicht.
Parallel dazu vollzog Almonty im Juli einen Wechsel der Handelsplätze: Das Delisting von der TSX erfolgte am 31. Juli, jenes von der ASX wird am 1. September erwartet. Die Aktie notiert weiterhin an der Nasdaq sowie in Frankfurt. Der Produktionsstart in Sangdong selbst datiert auf den 1. Juli.
Wolframmarkt bleibt angespannt
Die Preisdynamik bei Wolfram hat strukturelle Gründe. China kontrolliert nach Marktschätzungen rund 80 Prozent der globalen Wolframproduktion, was westliche Abnehmer zunehmend nach alternativen Bezugsquellen suchen lässt. Almonty positioniert sich mit Sangdong als eine der wenigen relevanten Förderstätten außerhalb chinesischer Kontrolle – ein Umstand, der die Nachfrage nach dem Unternehmen als Lieferant zusätzlich befeuert haben dürfte.
Der nächste Quartalsbericht steht bereits am 17. August an. Bis dahin dürfte der Markt vor allem auf zwei Fragen schauen: Wie tragfähig ist das operative Wachstum ohne die Neubewertungseffekte, und wie schnell lässt sich der Kapazitätsausbau in Sangdong tatsächlich umsetzen.
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