Almonty Industries hat binnen wenigen Wochen mehrere Finanzierungsschritte eingeleitet, die den Kapitalmarktauftritt des Wolframproduzenten grundlegend verändern. Nach dem Rückzug von der Toronto Stock Exchange Ende Juli und dem heute wirksam werdenden Delisting von der ASX konzentriert das Unternehmen seine Notierung nun auf die Nasdaq – flankiert von einer milliardenschweren Bilanzoffensive.

Kapitalstock deutlich erweitert

Im Zentrum steht eine im Juni abgeschlossene, überzeichnete Anleiheemission über 800 Millionen US-Dollar in Form wandelbarer Schuldverschreibungen. Der Erlös ließ die Kassenreserve auf 1,23 Milliarden kanadische Dollar per Ende Juni klettern.

Im August reichte Almonty zusätzlich Shelf-Registrierungen ein, die die potenzielle Ausgabe von Stammaktien im Volumen von rund 246,79 Millionen US-Dollar erlauben, darunter ein Anteil für Mitarbeiterbeteiligungsprogramme.

Diese Kombination aus Fremd- und möglichem Eigenkapital verschafft dem Unternehmen finanziellen Spielraum für den weiteren Ausbau der Sangdong-Mine in Südkorea, ohne dass ein akuter Kapitalbedarf erkennbar wäre.

Gleichzeitig hält der Vorstand am vor rund zwei Wochen beschlossenen Aktienrückkauf über 300 Millionen US-Dollar fest, der bis zu 14,4 Millionen Stammaktien – entsprechend 5 Prozent des ausgegebenen Kapitals – über 36 Monate ab dem 24. August umfassen kann.

Die Aktie legte seit der Ankündigung um 6,6 Prozent zu, was zeigt, dass Anleger die Mittelverwendung positiv bewerten, auch wenn sie zeitlich mit weiteren größeren Kapitalmaßnahmen zusammenfällt.

Operativer Hintergrund liefert die Rechtfertigung

Die Häufung dieser Schritte fällt nicht zufällig in eine Phase, in der Almonty operativ einen Wendepunkt markiert. Die im Juli in Betrieb genommene Verarbeitungsanlage der Sangdong-Mine verarbeitet inzwischen eingelagertes Rohmaterial zu verkaufsfähigem Wolframkonzentrat.

Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz auf 43,0 Millionen US-Dollar, nach 7,2 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Der Nettogewinn drehte von einem Verlust von 58,2 Millionen US-Dollar auf einen Gewinn von 181,8 Millionen US-Dollar. Diese Sprünge erklären, warum das Unternehmen jetzt in der Lage ist, sowohl in Wachstum zu investieren als auch Kapital an Aktionäre zurückzuführen.

Der vor über einem Monat verlängerte Liefervertrag mit Global Tungsten & Powders LLC untermauert die Visibilität dieser Entwicklung zusätzlich: Die Laufzeit wurde um sechs Jahre gestreckt, die kontrahierten Mengen um 40 Prozent erhöht und die Preiskonditionen um rund 6,3 Prozent verbessert. Die Aktie legte seither um 7,4 Prozent zu.

Bewertung spiegelt die Neubewertung des Geschäfts

Der Kurs notiert aktuell bei 15,06 Euro und damit 18 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 12,82 Euro – ein Zeichen, dass der mittelfristige Aufwärtstrend intakt bleibt, auch wenn die Aktie seit ihrem Hoch von 20,61 Euro im April um 27 Prozent zurückgekommen ist.

Die parallele Umstellung der Notierungsstruktur – weg von Toronto und Sydney, hin zur alleinigen Fokussierung auf die Nasdaq – dürfte den Handel künftig stärker bündeln und die Liquidität auf einer einzigen Plattform konzentrieren.

Für Anleger bedeutet die Häufung von Kapitalmaßnahmen, Vertragsausbau und Produktionsstart in Summe: Almonty stellt sich finanziell und strukturell auf eine deutlich größere operative Rolle im Wolframmarkt ein.