Fast 490 Millionen Dollar Jahresumsatz über zwei Jahrzehnte garantiert — und trotzdem verliert die Aktie in einer Woche fast ein Fünftel ihres Wertes. Bei Almonty Industries klaffen operative Erfolgsmeldung und Kursreaktion auseinander. Der Grund dafür liegt tiefer als in den Nachrichten dieser Woche.
Ein Vertrag, der bis in die späten 2040er reicht
Almonty hat seine Liefervereinbarung mit Global Tungsten & Powders (GTP) deutlich ausgeweitet. GTP gehört zur österreichischen Plansee Group und bezieht Wolframkonzentrat aus Almontys Sangdong-Mine in Südkorea. Die Laufzeit wächst von 15 auf 21 Jahre ab dem ersten Liefertermin.
Die vertraglich gesicherte Gesamtmenge steigt von 3,15 Millionen auf 4,41 Millionen Metric Tonne Units. Nach der Hochlaufphase garantiert der Vertrag mindestens 210.000 MTU pro Jahr. Zusätzlich verbessert sich die Preisgestaltung: Über die gesamte Laufzeit soll der Erlös je gelieferter Einheit um 6,3 Prozent steigen.
CEO Lewis Black ordnet den Deal als Bestätigung der strategischen Bedeutung von Sangdong ein: „GTP und die Plansee Group stehen seit 2018 hinter der Sangdong-Mine. Diese Erweiterung spiegelt sowohl die Stärke dieser Partnerschaft als auch den heutigen Marktwert von Sangdongs konfliktfreiem Wolfram wider.“
Die verbesserten Konditionen sollen den jährlichen Vertragsumsatz um mindestens 30 Millionen Dollar steigern. Über die volle Laufzeit von 21 Jahren summiert sich das auf 490 Millionen Dollar Jahresumsatz aus diesem einen Abkommen. Wichtig dabei: Der Vertrag deckt nur rund 90 Prozent der Phase-I-Produktion ab und lässt die geplante Phase-II-Erweiterung außen vor, die die Verarbeitungskapazität der Mine annähernd verdoppeln soll.
Warum der Zeitpunkt kein Zufall ist
Die Vertragserweiterung folgt auf einen operativen Meilenstein. Anfang Juli hat Almonty den Testbetrieb der Verarbeitungsanlage in Sangdong gestartet, gespeist aus einem Erzlager von 139.700 Tonnen. Die Mine nähert sich damit ihrer vollen Phase-I-Kapazität.
Branchenbeobachter verweisen auf eine zweite Verbindung: Der 21-Jahres-Horizont des GTP-Vertrags passt zeitlich zu Almontys kürzlich platzierten Wandelanleihen im Volumen von 700 Millionen Dollar. Kapitalgeber erhalten damit eine deutlich klarere Sicht auf die langfristigen Erlöse hinter dem kostenintensiven Ausbau der Mine.
Der Kurs erzählt eine andere Geschichte
Trotz der positiven Vertragsnachricht bleibt die Aktie unter Druck. Am Freitag legte das Papier zwar um 3,94 Prozent auf 19,25 kanadische Dollar zu, verlor aber auf Wochensicht 17,66 Prozent. Der 30-Tage-Rückgang liegt bei 25,45 Prozent.
Vom Rekordhoch bei 33,35 kanadischen Dollar vom 17. April trennen die Aktie inzwischen rund 42 Prozent. Ein RSI von 38,1 signalisiert eine Annäherung an überverkauftes Terrain. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von knapp 85 Prozent zeigt, wie heftig die Ausschläge seit dem Frühjahrshoch ausfallen.
Diese kurzfristige Schwäche verdeckt allerdings die längerfristige Entwicklung. Auf Jahressicht steht die Aktie noch immer mit 209,49 Prozent im Plus, seit Jahresbeginn sind es 59,49 Prozent. Vom 52-Wochen-Tief bei 4,36 kanadischen Dollar aus dem vergangenen Juli hat sich der Kurs mehr als vervierfacht.
Die Kombination aus langfristig gesicherten Erlösen und dem laufenden Produktionshochlauf verschafft Almonty eine Umsatzbasis, die das Management als differenzierend innerhalb der Wolframbranche bezeichnet. Ob die Aktie zurück zu ihren April-Höchstständen findet, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell Sangdong die Produktionsmengen erreicht, die der erweiterte GTP-Vertrag jetzt fest zusagt.
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