Almonty Industries hat einen Schelfprospekt für die Ausgabe von Stammaktien im Volumen von bis zu 246,79 Millionen US-Dollar eingereicht, einschließlich einer Komponente für ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm. Der Schritt vom 23. August verschafft dem Wolframförderer finanzielle Flexibilität für die nächste Ausbaustufe der Sangdong-Mine, die Wolframoxid-Anlage in Südkorea, das Gentung-Projekt in Montana sowie die Erweiterung von Panasqueira.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Erst vergangenen Montag hatte der Verwaltungsrat ein Aktienrückkaufprogramm über 300 Millionen US-Dollar für bis zu 14,4 Millionen Aktien beschlossen, laufend über 36 Monate.
Die parallele Ankündigung von Rückkauf und potenzieller Kapitalaufnahme zeigt, wie sehr sich das Unternehmen inzwischen als Kapitalmarktakteur mit breitem Spielraum versteht – finanziert nicht zuletzt durch die zuvor abgeschlossene, überzeichnete Wandelanleihe über 800 Millionen US-Dollar.
Zahlen liefern die Basis
Die Grundlage für diesen finanziellen Spielraum legte Almonty mit den Ergebnissen zum zweiten Quartal, veröffentlicht am 11. August. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 498 Prozent auf 43,0 Millionen kanadische Dollar.
Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 181,8 Millionen kanadische Dollar, nach einem Verlust von 58,2 Millionen kanadische Dollar im Vorjahresquartal – wobei rund 173,1 Millionen kanadische Dollar davon aus nicht zahlungswirksamen Bewertungsgewinnen bei Derivaten und Optionsscheinen stammen. Das operative Ergebnis aus dem Bergbaugeschäft drehte auf 26,1 Millionen kanadische Dollar, die bereinigte EBITDA-Marge lag bei einer Bruttomarge im Minenbetrieb von 60,7 Prozent.
Die Kassenposition erreichte zum 30. Juni 1,23 Milliarden kanadische Dollar, gegenüber 268,4 Millionen kanadische Dollar zum Jahresende 2025. Diese Liquidität bildet das Rückgrat für die angepeilte Kapazitätsausweitung: Sangdong soll in der ersten Phase auf einen Erzdurchsatz von rund 640.000 Tonnen jährlich kommen, eine bereits genehmigte zweite Phase visiert rund 1,2 Millionen Tonnen an.
Absatzseite bereits gesichert
Parallel zur Finanzierungsseite hat Almonty auch die Abnahmeseite gestärkt. Der langfristige Liefervertrag mit Global Tungsten & Powders, einem Mitglied der österreichischen Plansee-Gruppe, wurde rückwirkend zum 14. Juli um sechs Jahre verlängert, die kontrahierten Mengen um 40 Prozent erhöht und die Preise um etwa 6,3 Prozent verbessert. Damit sichert sich das Unternehmen einen wesentlichen Teil der künftigen Sangdong-Produktion langfristig ab, bevor die Anlage die volle Auslastung erreicht.
Auf der Kostenseite verschlanken sich zudem die Börsenstrukturen: Nachdem die Aktie Ende Juli von der Toronto Stock Exchange genommen wurde, endet nun auch die Notierung der australischen Depositary Interests am heutigen Freitag mit Handelsschluss, die formale Delistung von der ASX ist für den 1. September vorgesehen. Gehandelt wird die Aktie künftig konzentriert an der Nasdaq und in Frankfurt.
Insider bauen Positionen ab
Auf der Eigentümerseite fällt auf, dass Insider in den vergangenen drei Monaten per Saldo für 227,6 Millionen US-Dollar verkauft haben, davon 75,1 Millionen US-Dollar durch Führungskräfte – darunter Verkäufe von Michael Lewis Black und Daniel D’Amato, denen ein einzelner Kauf von Michael Lewis Black über 1,5 Millionen US-Dollar gegenüberstand.
Solche Gewinnmitnahmen nach der massiven Kursrally relativieren sich vor dem Hintergrund der operativen Fortschritte, verdienen aber Beachtung, da sie zeigen, dass auch Insider Bewertungsniveaus im Blick behalten.
Die Aktie notiert derzeit bei 15,56 Euro und damit rund 24 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 20,61 Euro, das erst im April markiert wurde – ein Hinweis darauf, dass der Markt die jüngsten Nachrichten bislang nicht restlos in neue Kurshöhen umgesetzt hat.
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