800 Millionen US-Dollar in der Kasse — und trotzdem fällt die Aktie. Bei Almonty Industries klaffen Finanzierungserfolg und Kursentwicklung derzeit weit auseinander.

Milliarden-Emission abgeschlossen

Das kanadische Wolframunternehmen hat seine Wandelanleihe-Emission erfolgreich abgeschlossen. Die ursprünglich auf 700 Millionen US-Dollar ausgelegte Platzierung wurde wegen starker Nachfrage um 100 Millionen aufgestockt. Nach Abzug von Rabatten, Provisionen und Kosten verbleiben netto rund 772,7 Millionen US-Dollar.

Die Mittel fließen in drei Richtungen. Rund 543 Millionen US-Dollar gehen in das allgemeine Betriebskapital und mögliche Akquisitionen. Etwa 50 Millionen refinanzieren bestehende Verbindlichkeiten. Weitere 83 Millionen investierte Almonty in sogenannte Capped-Call-Transaktionen — ein Instrument, das die Verwässerung für bestehende Aktionäre bei einer späteren Wandlung der Anleihen begrenzt.

Die Konditionen: 2,25 Prozent Kupon, Laufzeit bis 2031.

Kurs unter Druck

Der Markt reagiert verhalten. Die Aktie notiert aktuell bei 21,59 CAD, ein Minus von knapp 3 Prozent auf Tagesbasis. In den vergangenen 30 Tagen hat der Kurs rund 25 Prozent verloren — der Markt verarbeitet das Verwässerungspotenzial der neuen Anleihen.

Auf Jahressicht bleibt die Bilanz dennoch beeindruckend: plus 79 Prozent seit Januar, plus 346 Prozent gegenüber dem Stand vor zwölf Monaten. Der aktuelle Kurs liegt knapp 20 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt, aber noch deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 16,91 CAD. Der RSI von 37 signalisiert, dass der Titel in überverkauftes Terrain abrutscht.

Sangdong-Mine als nächster Katalysator

Mit der gesicherten Finanzierung richtet sich der Blick auf die operative Seite. Die Sangdong-Mine in Südkorea soll im Juli 2026 mit dem vollständigen Hochfahren der Produktion beginnen. Phase 1 der Inbetriebnahme ist bereits abgeschlossen.

Das Ziel: Sangdong zu einer der größten Wolframproduktionsstätten außerhalb Chinas zu entwickeln. Die neuen Mittel decken nicht nur den Phase-1-Hochlauf ab, sondern auch die geplante Phase-2-Expansion, die die Verarbeitungskapazität verdoppeln soll. Analysten sehen das Kursziel bei rund 25,00 CAD und verweisen auf knappes globales Angebot sowie Almontys Rolle in westlichen Verteidigungs- und Technologielieferketten.

Auf der Hauptversammlung am 9. Juni bestätigten Aktionäre den siebenköpfigen Vorstand — das Management bleibt stabil, während das Unternehmen den Schritt vom Entwickler zum Produzenten vollzieht. Der Juli-Hochlauf wird zeigen, ob die operative Realität den Kursrücksetzer rechtfertigt oder korrigiert.