Mehr als 120 Prozent Kursgewinn seit Jahresbeginn — und die Debatte darüber, ob das gerechtfertigt ist, wird lauter. Almonty Industries schloss die Handelswoche bei 26,67 CAD, ein Wochenplus von knapp 8 Prozent. Ausgelöst hat die Bewegung ein operatives Update aus Südkorea. Allerdings warnen erste Analysten bereits vor Gewinnmitnahmen.

Bohrprogramm liefert erste Ergebnisse

Der konkrete Auslöser kam am 16. Juni. Almonty meldete den Fortschritt am Sangdong-Molybdänprojekt: Rund 37 Prozent des geplanten Bohrprogramms sind abgeschlossen. Das Programm umfasst 26 Bohrlöcher und 12.000 Meter Gesamttiefe.

Die bisherigen Analyseergebnisse bestätigen historische Gehalte. Das gibt dem Management Rückenwind — und dem Markt ein Signal, dass die Ressource in der erwarteten Größenordnung liegt.

Der Zeitdruck dahinter ist real. Südkoreas nationale Molybdänreserven haben kritische Niveaus erreicht. Der globale Spotpreis für das Metall stieg in den vergangenen zwölf Monaten um rund 23,5 Prozent. Für die südkoreanische Halbleiter- und Rüstungsindustrie wäre Sangdong eine inländische Versorgungsquelle. Das Programm läuft deshalb beschleunigt.

Analysten uneins über die Bewertung

Hier liegt der eigentliche Konflikt der Woche. Far East Capital empfahl am 18. Juni den Verkauf der Aktie. Die Begründung: Nach dem parabolischen Kursanstieg der vergangenen zwölf Monate brauche Almonty aggressive Gewinnsteigerungen, um die aktuelle Marktkapitalisierung zu rechtfertigen.

Einen Tag später erschien eine gegenteilige Einschätzung. Sie betonte, dass Almonty bislang vor allem als Wolframunternehmen wahrgenommen wird. Das Molybdänprojekt könnte einen zweiten Werttreiber darstellen, der im Kurs noch nicht vollständig eingepreist ist. Einschränkend wurde auf die Verwässerung durch vergangene Kapitalmaßnahmen hingewiesen.

Technisches Bild: Konsolidierung nach starkem Lauf

Der Kurs liegt knapp 2 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 27,21 CAD. Vom 52-Wochen-Hoch bei 33,35 CAD, erreicht Mitte April, trennen die Aktie noch rund 20 Prozent. Der RSI von 53 signalisiert neutrales Terrain — weder überkauft noch überverkauft.

Langfristig bleibt der Trend intakt. Gegenüber dem 200-Tage-Durchschnitt liegt die Aktie mehr als 50 Prozent im Plus. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von knapp 99 Prozent zeigt aber, wie viel Bewegung in beiden Richtungen möglich ist.

In der kommenden Woche richtet sich der Blick auf zwei Punkte: die weiteren Assay-Ergebnisse aus dem Molybdänprogramm und die abschließenden Schritte zur vollständigen Inbetriebnahme der Wolframmine in Sangdong.