Almonty Industries beginnt heute mit der Umsetzung seines Aktienrückkaufprogramms. Der Verwaltungsrat des Wolfram-Produzenten hatte das Volumen von bis zu 300 Millionen US-Dollar am 17. August genehmigt, über einen Zeitraum von 36 Monaten sollen bis zu 14,4 Millionen Stammaktien zurückgekauft werden.
Das Unternehmen begründet den Schritt mit einer aus seiner Sicht bestehenden Diskrepanz zwischen dem Börsenkurs und dem Wert seiner Wolfram-Assets, insbesondere mit Blick auf die Hochlaufphase der Sangdong-Mine, deren Aufbereitung zunehmend Nachfrage im Zusammenhang mit KI-Anwendungen bedienen soll.
Starke Zahlen als Fundament
Der Rückkauf fällt in eine Phase deutlich verbesserter operativer Kennzahlen. Für das zweite Quartal 2026 meldete Almonty einen Umsatzsprung um 498 Prozent auf 43,0 Millionen kanadische Dollar, nach 7,2 Millionen kanadischen Dollar im Vorjahresquartal und einem Plus von 69 Prozent gegenüber dem ersten Quartal.
Treiber war vor allem der stark gestiegene europäische APT-Preis, der von rund 453 US-Dollar je MTU im Vorjahr auf etwa 3.075 US-Dollar je MTU kletterte.
Das Ergebnis aus dem Bergbaugeschäft erreichte 26,1 Millionen kanadische Dollar, nach einem Verlust von 0,9 Millionen kanadischen Dollar ein Jahr zuvor, bei einer Bruttomarge im Bergbaugeschäft von 60,7 Prozent.
Der ausgewiesene Nettogewinn von 181,8 Millionen kanadischen Dollar – gegenüber einem Nettoverlust von 58,2 Millionen kanadischen Dollar im Vorjahreszeitraum – war allerdings maßgeblich von rund 173,1 Millionen kanadischen Dollar nicht zahlungswirksamer Gewinne aus der Neubewertung von Derivaten und Warrants geprägt.
Finanzielle Basis für den Rückkauf
Dass Almonty ein Programm dieser Größenordnung überhaupt stemmen kann, hängt eng mit der Kapitalstruktur zusammen, die das Unternehmen sich im Frühsommer verschafft hat.
Mitte Juni schloss der Konzern eine überzeichnete Platzierung von wandelbaren Senior Notes mit 2,25 Prozent Zinskupon und Fälligkeit 2031 ab, die Bruttoerlöse von 800 Millionen US-Dollar einbrachte, inklusive vollständiger Ausübung der Mehrzuteilungsoption durch die Erstkäufer. Zum 30. Juni 2026 verfügte Almonty über liquide Mittel von 1,2 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 268,4 Millionen US-Dollar zum Jahresende 2025.
Parallel dazu erweiterte das Unternehmen im Juli seine Liefervereinbarung mit Global Tungsten & Powders LLC: Die Laufzeit wurde um sechs Jahre verlängert, die kontrahierten Volumina um 40 Prozent erhöht und die Preiskonditionen um rund 6,3 Prozent verbessert.
Institutionelles Interesse trotz Insiderverkauf
Auf der Investorenseite zeigte sich im zweiten Quartal reges Interesse großer Vermögensverwalter. Unter den Zukäufern befanden sich BlackRock, T. Rowe Price Associates und T. Rowe Price Investment Management, die jeweils Positionen im Wert von umgerechnet mehreren zehn Millionen US-Dollar aufbauten. Insgesamt stockten 136 institutionelle Investoren ihre Bestände auf, während 76 reduzierten.
Auf der anderen Seite verkaufte Direktor Mark Trachuk Anfang Juli 200.000 Stammaktien zum Kurs von 24,070 US-Dollar, ein Volumen von 4.814.000 US-Dollar, was einer Reduzierung seines Anteils um 7,4 Prozent entsprach. Solche Einzeltransaktionen von Insidern stehen den überwiegend positiven institutionellen Zuflüssen gegenüber und relativieren sich vor dem Hintergrund des insgesamt gestiegenen Aktienkurses.
Strukturelle Veränderungen im Börsenumfeld
Almonty befindet sich zudem mitten in einer Neuordnung seiner Börsennotierungen. Die kanadischen Stammaktien wurden zum Handelsschluss am 31. Juli von der Toronto Stock Exchange genommen, die australischen CHESS Depositary Interests folgen zum Handelsschluss am 28. August von der ASX, mit erwarteter Delistung zum 1. September.
Nach Abschluss beider Schritte bleibt Almonty an der Nasdaq unter dem Kürzel „ALM“ sowie an der Frankfurter Börse unter „ALI1“ notiert. Ende Juni war die Aktie zudem in den Russell 1000 und den Russell 3000 Index aufgenommen worden, was die gestiegene Marktkapitalisierung und Liquidität des Titels unterstreicht.
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