Fast 500 Prozent mehr Umsatz in einem einzigen Quartal. Was wie ein Tippfehler klingt, ist bei Almonty Industries Realität. Der Wolfram-Produzent hat sich vom Entwicklungsprojekt zum zahlenden Produzenten gewandelt — und die Börse honoriert das.
In der Handelswoche bis zum 14. August 2026 kletterte die Aktie um 9,53 Prozent auf rund 15,17 Dollar an der Nasdaq. Auslöser waren gleich zwei Nachrichten: ein Rekordquartal und eine frische Analystenstudie, die den operativen Wendepunkt bestätigt.
Sangdong liefert jetzt Umsatz statt Versprechen
Diamond Equity Research veröffentlichte am 14. August ein Update, das den fundamentalen Wandel bei Almonty herausstellt. Die Sangdong-Mine in Südkorea hat Anfang Juli mit der Verarbeitung begonnen. Damit verlässt das Unternehmen laut den Analysten die Phase des reinen Entwicklungsrisikos.
Besonders hervorgehoben wird die Kassenposition: 1,23 Milliarden Dollar standen zum 30. Juni zur Verfügung. Den Großteil davon sicherte sich Almonty im Juni über eine überzeichnete Wandelanleihe im Volumen von 800 Millionen Dollar. Das Kapital soll nun die Phase II von Sangdong und das Gentung-Projekt in Montana parallel finanzieren, statt die Projekte nacheinander abzuarbeiten.
Wolframpreis treibt Quartalszahlen
Der Kursschub folgt auf einen außergewöhnlichen Quartalsbericht vom 11. August. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 498 Prozent auf 43 Millionen Dollar. Grund dafür war vor allem der Wolframpreis: Der europäische APT-Durchschnittspreis kletterte auf rund 3.075 Dollar pro MTU, nach nur 453 Dollar im Vorjahresquartal.
Auch die übrigen Kennzahlen zeigen den Umbruch deutlich:
- Nettogewinn: 181,8 Millionen Dollar, darin enthalten 173,1 Millionen Dollar nicht zahlungswirksame Gewinne aus Derivatebewertungen
- Bereinigtes EBITDA: 17,6 Millionen Dollar, nach einem Verlust von 4,8 Millionen Dollar im Vorjahresquartal
- Bruttomarge im Bergbau: 60,7 Prozent, das operative Ergebnis aus dem Minenbetrieb lag bei 26,1 Millionen Dollar
Weniger Börsenplätze, mehr Fokus
Almonty räumt derzeit seine Börsenlandschaft auf. Ziel ist es, Liquidität zu bündeln und Verwaltungskosten zu senken. Die Toronto Stock Exchange verließ das Unternehmen bereits am 31. Juli freiwillig.
Ein ähnlicher Schritt folgt an der australischen Börse ASX. Der Handel mit den dortigen CDIs wird am 28. August ausgesetzt, das formale Delisting soll am 1. September vollzogen sein. Danach bleiben nur noch die Nasdaq unter dem Kürzel ALM und Frankfurt unter ALI1 als primäre Handelsplätze übrig.
Parallel zur Bereinigung der Börsennotierungen baut Almonty seine Abnahmeverträge aus. Der langfristige Kontrakt mit Global Tungsten & Powders wurde verlängert: sechs Jahre längere Laufzeit, 40 Prozent mehr Volumen und ein um etwa 6,3 Prozent verbesserter Preis für Almonty.
Charttechnik und Ausblick
Für die kommende Handelswoche sehen Techniker einen Widerstand im Bereich von 16,50 bis 17,00 Dollar. Nach unten bietet die Marke von 14,20 Dollar Halt. Die jüngste Aufnahme in den Russell 1000 und den Russell 3000 sorgt zusätzlich für mehr Sichtbarkeit bei institutionellen Investoren.
Im Fokus bleibt der Hochlauf der Anlage in Sangdong. Das Werk soll künftig 640.000 Tonnen Erz pro Jahr verarbeiten. Gelingt die Umstellung auf verkaufsfähiges Konzentrat wie geplant, dürfte das die Cashflow-Entwicklung im zweiten Halbjahr maßgeblich prägen.
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