Almonty Industries springt am Dienstag um 6,86 Prozent auf 20,87 kanadische Dollar. Der Auslöser: ein neu verhandelter Liefervertrag, der dem Wolfram-Produzenten über zwei Jahrzehnte hinweg deutlich mehr Umsatz sichert. Für ein Unternehmen, das seit Monaten unter schwankenden Kursen leidet, ist das ein handfestes Signal.
Vertrag mit Global Tungsten & Powders läuft jetzt bis in die späten 2040er
Almonty hat den langfristigen Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders (GTP) neu verhandelt. GTP gehört zur Plansee Group und bezieht Material aus Phase I der Sangdong-Mine in Südkorea. Die Laufzeit wächst von 15 auf 21 Jahre.
Damit sichert sich Almonty vertraglich fixierte Lieferungen bis in die späten 2040er-Jahre. Das verschafft dem Unternehmen eine Umsatzsicherheit, wie sie in der Rohstoffbranche selten ist.
Neben der längeren Laufzeit steigt auch die gebundene Liefermenge. Der Vertrag wächst um 40 Prozent auf insgesamt 4,41 Millionen Metric Tonne Units (MTU). Sobald Sangdong die volle Kapazität von Phase I erreicht, muss GTP mindestens 210.000 MTU pro Jahr abnehmen.
Der wohl wichtigste Punkt für Anleger: Almonty hat auch die Preisformel neu verhandelt. Der realisierbare Verkaufspreis für alle Vertragsmengen steigt im Schnitt um 6,3 Prozent. Auf Basis aktueller Preise für Ammoniumparawolframat (APT) rechnet das Management mit mindestens 30 Millionen US-Dollar zusätzlichem Jahresumsatz. Über die gesamte Vertragslaufzeit von 21 Jahren soll die Änderung rund 630 Millionen US-Dollar an zusätzlichem Bruttoumsatz einbringen.
Analysten bestätigen Kaufempfehlung
Die Sangdong-Mine ist seit dem 1. Juli 2026 in der umsatzgenerierenden Phase. Das hat auch Analysten zu einer Neubewertung bewegt. Die Investmentbank Sphene Capital bestätigte am 20. Juli ihre Kaufempfehlung und hob das Kursziel von 37,40 auf 38,90 kanadische Dollar an.
Die Analysten heben hervor, dass der überarbeitete GTP-Vertrag rund 90 Prozent der Produktion aus Phase I abdeckt. Das reduziert die Vermarktungsrisiken in der aktuellen Hochlaufphase erheblich. Wichtig auch: Der Vertrag klammert die geplante Phase-II-Erweiterung aus. Für künftige Produktionssteigerungen und mögliche Molybdän-Projekte am selben Standort bleibt damit zusätzliches Potenzial.
Wolfram ohne China
Der Kursanstieg spiegelt auch Almontys Rolle als Lieferant für wolframfreie Lieferketten außerhalb Chinas wider. China hält seine Exportbeschränkungen für strategische Mineralien weiterhin eng. Westliche Verteidigungs- und Industriesektoren suchen deshalb verstärkt nach Bezugsquellen fernab chinesischer Kontrolle.
Sangdong soll zu einer der größten Wolfram-Produktionsstätten außerhalb Chinas werden. Almonty verfügt bereits über ein Erzlager von rund 139.700 Tonnen mit einem durchschnittlichen Gehalt von 0,25 Prozent Wolframtrioxid. Der geschätzte Wert dieses Lagerbestands liegt bei 68 Millionen US-Dollar.
Trotz des Tagesgewinns bleibt die Aktie 37,42 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 33,35 kanadischen Dollar aus dem April. Der 14-Tage-RSI von 44,7 zeigt: Die Aktie hat sich aus überverkauftem Terrain gelöst, ohne bereits überhitzt zu sein. Der neue Liefervertrag gibt dem Unternehmen jedenfalls eine Umsatzbasis, die weit über den aktuellen Produktionshochlauf hinausreicht.
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