Almonty Industries steht vor einer Woche, die die Kapitalstruktur des Unternehmens deutlich verändert. Am Dienstag soll die größte Finanzierung der Firmengeschichte abgewickelt werden. Der Preis dafür ist klar: frisches Kapital für Wachstum, aber auch neue Sorgen vor Verwässerung.
Der Markt hat bereits reagiert. Die Aktie verlor am Freitag rund 21 Prozent und fiel auf 22,70 kanadische Dollar. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren: Wandelanleihen können später in Aktien umgewandelt werden.
Großes Geld, großer Hebel
Almonty platziert Wandelanleihen über 700 Millionen US-Dollar. Die Papiere laufen bis 2031 und tragen einen Kupon von 2,25 Prozent. Adressiert wurden vor allem qualifizierte institutionelle Investoren.
Auffällig ist die Nachfrage. Die Platzierung war überzeichnet, obwohl der Markt die mögliche Verwässerung sofort einpreiste. Für Almonty ist das ein starkes Signal: Institutionelles Kapital steht bereit, wenn die Wachstumsstory trägt.
Der anfängliche Wandlungspreis liegt bei rund 27,40 US-Dollar je Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von 32,5 Prozent auf den Referenzkurs vom 4. Juni. Damit setzt die Finanzierung auf ein deutlich höheres Kursniveau, bevor eine Umwandlung wirtschaftlich attraktiv wird.
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Zur Begrenzung der Verwässerung nutzt Almonty sogenannte Capped-Call-Transaktionen. Dafür sind 83 Millionen US-Dollar vorgesehen. Der Schutz greift bis zu einem Cap-Preis von 41,36 US-Dollar je Aktie.
Kapital für Expansion und Bilanz
Nach Kosten rechnet Almonty mit Nettoerlösen von etwa 675,9 Millionen US-Dollar. Falls die Mehrzuteilungsoption vollständig gezogen wird, könnte der Betrag auf 772,7 Millionen US-Dollar steigen. Das verschafft dem Unternehmen spürbar mehr finanziellen Spielraum.
Der größte Teil ist für allgemeine Unternehmenszwecke und Working Capital vorgesehen. Dazu zählen ausdrücklich mögliche Übernahmen von Vermögenswerten oder ganzen Unternehmen. Almonty positioniert sich damit nicht nur als Minenbetreiber, sondern als aktiver Konsolidierer im Wolframmarkt.
Für die Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten sind 50 Millionen US-Dollar eingeplant. Mittel fließen außerdem in den Hochlauf der Sangdong-Mine in Südkorea sowie in weltweite Bohrprogramme. Die Finanzarchitektur verantwortet der neue Finanzchef Jorge Beristain, der sein Amt am 1. Juni übernommen hat.
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Sangdong wird zum Prüfstein
Operativ kommt die Kapitalmaßnahme in einer Phase starker Beschleunigung. Im ersten Quartal stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 221 Prozent auf 25,4 Millionen kanadische Dollar. Almonty rückt damit sichtbar aus der Entwicklerphase heraus.
Auch die Profitabilitätskennzahlen drehten ins Positive. Das bereinigte EBITDA lag bei 6,1 Millionen kanadischen Dollar, der operative Cashflow bei 9,7 Millionen kanadischen Dollar. Für ein Unternehmen im Minenhochlauf ist das ein wichtiges Signal.
Die Sangdong-Wolframmine erreichte im März die Phase-1-Inbetriebnahme. Die Anlage ist aktuell auf eine Verarbeitung von 640.000 Tonnen Erz pro Jahr ausgelegt. Für 2027 ist eine zweite Ausbaustufe geplant, die diese Kapazität verdoppeln soll.
Ein weiterer Termin rückt Ende Juni näher. Almonty soll am 29. Juni in den Russell 1000 und den Russell 3000 aufgenommen werden. Das kann zusätzliche Nachfrage durch indexnahe Fonds und ETFs auslösen.
Die entsprechenden Russell-Indizes dienen als Benchmark für Vermögenswerte von rund 12,2 Billionen US-Dollar. Damit trifft die frische Finanzierung auf einen möglichen neuen Käuferkreis. Kurzfristig dominiert die Verwässerungsdebatte, mittelfristig entscheidet der Hochlauf von Sangdong darüber, ob Almonty das eingesammelte Kapital in echte Produktionsstärke übersetzen kann.
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