Almonty Industries hat zum Wochenschluss einen harten Dämpfer kassiert. Der Auslöser liegt nicht im operativen Geschäft, sondern in der Finanzierung: Eine große Wandelanleihe bringt frisches Kapital, schürt aber auch Verwässerungssorgen. Genau diese Mischung traf die zuvor stark gelaufene Aktie empfindlich.
Am Freitag schloss der Titel bei 22,70 CAD und verlor 21,04 Prozent. Auf Monatssicht hat sich das Minus damit auf mehr als ein Fünftel ausgeweitet.
Der Rückschlag ändert aber nichts am großen Bild. Seit Jahresanfang liegt die Aktie noch immer 88,69 Prozent im Plus und notiert 386,60 Prozent über ihrem Jahrestief.
Wandelanleihe setzt die Aktie unter Druck
Almonty bestätigte am 4. Juni 2026 die Platzierung von Wandelanleihen über 700 Millionen US-Dollar. Die Privatplatzierung war überzeichnet und richtet sich an qualifizierte institutionelle Käufer.
Für Aktionäre ist das ein zweischneidiges Signal. Das Unternehmen stärkt seine Bilanz und finanziert den Ausbau. Bei einer späteren Wandlung können aber neue Aktien entstehen.
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Die Papiere zahlen 2,25 Prozent Zins und laufen bis 2031. Der Wandlungspreis liegt bei 27,40 US-Dollar je Aktie.
Hinzu kommt eine Option auf weitere 100 Millionen US-Dollar. Die Abwicklung der Transaktion ist für den 9. Juni 2026 geplant.
Mit dem Nettoerlös will Almonty unter anderem Capped-Call-Geschäfte finanzieren. Außerdem sollen rund 50 Millionen US-Dollar bestehender Schulden refinanziert werden. Der Rest fließt ins allgemeine Betriebskapital.
Wolfram bleibt der strategische Kern
Die Kapitalerhöhung fällt in eine Phase angespannter Rohstoffmärkte. Wolfram gilt als kritischer Metallrohstoff für Industrie, Energie und Verteidigung. Nach dem Iran-Krieg rücken westliche Lieferketten stärker in den Blick.
China kontrolliert mehr als 80 Prozent des weltweiten Angebots. Die USA fördern seit 2015 kein Wolfram mehr im eigenen Land.
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Almonty-Chef Lewis Black verweist deshalb auf den langen Weg zurück zu westlicher Produktion. Der Aufbau einer eigenständigen Wolframindustrie könne 10 bis 20 Jahre dauern.
Genau hier liegt die strategische Bedeutung der Sangdong-Mine in Südkorea. Die Anlage ist auf einen Durchsatz von 640.000 Tonnen pro Jahr ausgelegt. Zum Start peilt Almonty jährlich 2.300 Tonnen Wolframkonzentrat an.
Technik angeschlagen, Story intakt
Der Kursrutsch hat auch charttechnisch Spuren hinterlassen. Die Aktie fiel unter ihren 50-Tage-Durchschnitt von 26,64 CAD, der RSI liegt bei 39,3.
Damit nähert sich der Titel dem überverkauften Bereich. Von echter Entspannung kann aber keine Rede sein, solange die Verwässerungsdebatte dominiert.
Ein genanntes Kursziel liegt bei 25,00 CAD. Die Begründung bleibt die strategische Rolle der Wolframprojekte in einer geopolitisch angespannten Versorgungslage.
Am Dienstag steht die Abwicklung der Wandelanleihe an. Parallel dazu nimmt Almonty an Terminen zu kritischen Metallen und „Hidden Champions“ im Bergbau teil. Kurzfristig zählt der Umgang mit der Verwässerung, mittelfristig die Frage, wie schnell Sangdong zur westlichen Wolframversorgung beiträgt.
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