Ein Kurssturz und ein Milliardendeal am selben Tisch. Während die Aktie von Almonty Industries binnen 30 Tagen über ein Fünftel ihres Wertes verlor, greift ein US-Investmentfonds gerade jetzt zu. Diese Diskrepanz zwischen Kurscharts und institutioneller Positionierung wirft eine Frage auf: Wer hat recht?
Die Aktie notiert aktuell bei 18,11 kanadischen Dollar, ein Tagesminus von 3,72 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 7,27 Prozent, über 30 Tage sind es 21,26 Prozent. Der Kurs liegt damit fast 46 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch vom April.
Der Blick auf zwölf Monate relativiert die jüngste Schwäche allerdings deutlich. Seit Jahresbeginn steht Almonty noch immer mit über 50 Prozent im Plus.
Institutionen kaufen, während der Kurs fällt
Walleye Capital LLC hat eine neue Position in Almonty aufgebaut. Der Multi-Strategie-Investmentfonds erwarb 894.558 Aktien im Wert von rund 12,95 Millionen Dollar. Der Einstieg fällt zeitlich mit einer weiteren Kapitalmarkt-Nachricht zusammen.
Almonty hat im Juni 2026 eine Wandelanleihe platziert. Das Angebot war deutlich überzeichnet und brachte dem Unternehmen 700 Millionen Dollar an Kapital ein. Ein solches Volumen signalisiert erhebliches institutionelles Vertrauen in den Wandel vom Minenentwickler zum Produzenten.
Sangdong startet die Produktion
Der Grund für dieses Vertrauen liegt in Südkorea. Die Sangdong-Mine, Almontys Vorzeigeprojekt, hat am 1. Juli 2026 die Verarbeitung aufgenommen. Damit ist das Unternehmen offiziell zum umsatzgenerierenden Produzenten geworden.
Die erste Anlagenbeschickung stammt aus einem Erzlager von rund 139.700 Tonnen. Der geschätzte Bruttowert dieses Materials im Verarbeitungsprozess liegt bei 68 Millionen Dollar.
Parallel zum Produktionsstart hat Almonty seinen Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders (GTP) ausgebaut, einem Unternehmen der Plansee Group. Die Laufzeit steigt auf 21 Jahre, das kontrahierte Volumen wächst um 40 Prozent auf 4,41 Millionen MTU. Bei voller Phase-I-Kapazität der Mine und aktuellen Marktpreisen könnte dieser Vertrag jährliche Erlöse von rund 490 Millionen Dollar bringen.
Weniger Börsenplätze, mehr Fokus
Almonty vereinfacht zudem seine Notierungsstruktur. Die Aktie verschwindet zum Handelsschluss am 31. Juli 2026 von der Toronto Stock Exchange. Der Rückzug von der australischen Börse ASX folgt zum 1. September 2026.
Das Management begründet den Schritt mit der Kostenlast mehrerer Zweitnotierungen. Der Handel konzentriert sich ohnehin bereits stark auf die Nasdaq. Nach den Delistings bleiben Nasdaq (Ticker: ALM) und die Frankfurter Börse als Hauptplattformen übrig.
Der Blick nach vorn
Die Aktie handelt derzeit unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 23,66 kanadischen Dollar und auch unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 19,18 kanadischen Dollar. Der RSI von 36,9 signalisiert eine Annäherung an überverkauftes Terrain.
Am 7. August 2026 legt Almonty die Zahlen zum zweiten Quartal vor. Dieser Bericht dürfte den ersten konkreten Einblick liefern, wie sich der Produktionsanlauf in Sangdong finanziell niederschlägt.
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