Wolfram kostet so viel wie seit Jahrzehnten nicht. Und Almonty Industries steht genau dort, wo westliche Rüstungskonzerne und Industriekunden dringend Lieferanten brauchen. Das kanadische Bergbauunternehmen hat den Schritt vom Entwickler zum Produzenten vollzogen — und die Zahlen sprechen eine klare Sprache.
Wolframpreise auf historischem Niveau
Der Wolframmarkt erlebt gerade eine strukturelle Neuordnung. Ende Mai 2026 notierte Ammoniumparawolframat (APT) in Rotterdam bei rund 3.185 US-Dollar je Metrik-Tonnen-Einheit — ein Anstieg von etwa 900 Prozent innerhalb von zwölf Monaten. Treiber sind verschärfte chinesische Exportkontrollen und schwindende westliche Lagerbestände.
Hinter diesem Preisanstieg steckt auch regulatorischer Druck. Ab dem 1. Januar 2027 greift die DFARS-Regelung des US-Verteidigungsministeriums vollständig: Wolfram aus China, Russland, Iran und Nordkorea wird aus der militärischen Lieferkette verbannt. Rüstungsunternehmen suchen seither fieberhaft nach alternativen Quellen — und stoßen auf Almonty.
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Sangdong als Schlüsselprojekt
Die Flaggschiff-Mine Sangdong in Südkorea feierte am 17. März 2026 ihre Phase-1-Inbetriebnahme. Bei voller Kapazität soll sie rund 40 Prozent der globalen Wolframnachfrage außerhalb Chinas decken. Ein Versprechen, das angesichts der aktuellen Marktlage erhebliches Gewicht hat.
Die Finanzergebnisse für das erste Quartal 2026 zeigen, wie stark Almonty von den Rekordpreisen profitiert. Der Bruttoumsatz sprang um 221 Prozent auf 25,4 Millionen US-Dollar. Entscheidender ist der operative Cashflow: Er drehte von minus 4,4 Millionen auf plus 9,7 Millionen US-Dollar — ein echter Wendepunkt. Das bereinigte EBITDA kletterte von minus 2,4 Millionen auf plus 6,1 Millionen US-Dollar.
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Der Nettoverlust schrumpfte auf 5,3 Millionen US-Dollar, nach 34,6 Millionen im Vorjahreszeitraum. Dieser Rückstand erklärt sich fast vollständig durch nicht zahlungswirksame Bewertungseffekte: eine Belastung von 6,4 Millionen US-Dollar auf eingebettete Derivate sowie 2,0 Millionen auf Optionsscheinverbindlichkeiten — ausgelöst durch den starken Kursanstieg der Aktie selbst. Zum 31. März 2026 verfügte Almonty über liquide Mittel von 259,9 Millionen US-Dollar und ein Working Capital von 169,5 Millionen US-Dollar.
Neuer CFO zum Wachstumskurs
Zum 1. Juni 2026 übernimmt Jorge Beristain das Amt des Finanzvorstands. Der frühere Wall-Street-Analyst für Metalle und Bergbau sowie Ex-Finanzmanager bei Ryerson folgt auf Brian Fox. Überbrückt wurde die Übergangsphase durch Chief Development Officer Guillaume de Lamaziere. Beristains Kapitalmarkterfahrung soll den Hochlauf in Sangdong begleiten.
Die Aktie spiegelt die veränderte Wahrnehmung wider: Mit einem Plus von rund 619 Prozent über zwölf Monate und einem Kurs von 27,82 CAD notiert sie deutlich über ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 15,92 CAD. Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs mehr als verdoppelt. Der RSI von 74,5 signalisiert allerdings, dass die Aktie kurzfristig überkauft ist — das 52-Wochen-Hoch bei 32,07 CAD liegt noch rund 13 Prozent entfernt.
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