Zwei Tage, zwei satte Kursgewinne. Die Aktie von Almonty Industries legte am Mittwoch um 4,17 Prozent zu, nach einem Sprung von 5,40 Prozent am Dienstag. Damit deutet sich eine Wende an – nach Wochen mit Abwärtsdruck im Juli.
Ende des technischen Verkaufsdrucks
Der Kurs steht nun bei 11,995 Euro. Analysten führen die Erholung auf ein technisches Ereignis zurück: das Ende des Zwangsverkaufs im Zusammenhang mit dem freiwilligen Rückzug von Almonty von der Toronto Stock Exchange. Der Delisting-Prozess wurde am 31. Juli 2026 abgeschlossen.
Der Rückzug führte zum Ausschluss aus mehreren passiven Indizes, darunter der FTSE Global Small Cap Index. ETFs und institutionelle Indexfonds mussten ihre Positionen bis zum Stichtag abbauen. Diese Zwangsverkäufe drückten den Kurs zuletzt deutlich – über einen Monat verlor die Aktie 17,27 Prozent. Marktbeobachter sehen im aktuellen Rebound ein Zeichen, dass dieser nicht-fundamentale Verkaufsdruck nun vollständig abgebaut ist.
Nasdaq als neuer Schwerpunkt
Der Abschied von Toronto ist Teil einer größeren Strategie. Almonty will sein Handelsvolumen künftig auf die Nasdaq Capital Market konzentrieren, dort notiert das Unternehmen unter dem Kürzel ALM. Ziel ist es, Verwaltungskosten und regulatorischen Aufwand mehrerer Primärnotierungen zu senken.
Im gleichen Zug treibt Almonty den freiwilligen Rückzug von der australischen Börse ASX voran. Dieser Schritt soll Ende August 2026 abgeschlossen sein. Die Nebennotierung in Frankfurt bleibt bestehen und dient weiterhin als Zugang für europäische Investoren.
Sangdong-Mine läuft an
Während sich der Kurs mit Indexeffekten beschäftigte, blieb der operative Fahrplan unberührt. Am 1. Juli 2026 startete Almonty offiziell den Betrieb der Verarbeitungsanlage an der Sangdong-Mine in Südkorea. Damit beginnt die Produktion von verkaufsfähigem Wolframkonzentrat – an einem der bedeutendsten Wolframprojekte außerhalb Chinas.
Almonty kommt derzeit auf eine Marktkapitalisierung von rund 3,35 Milliarden Euro. Zwar verlor die Aktie in den vergangenen drei Monaten durch den indexbedingten Ausverkauf 30,61 Prozent. Seit Jahresbeginn steht aber immer noch ein Plus von 49,36 Prozent.
Strukturelles Defizit bei Wolfram
CEO Lewis Black äußerte sich in einem Rundschreiben am 2. August 2026 zur strategischen Bedeutung westlicher Wolframproduktion. Er betonte, der globale Markt kämpfe weiterhin mit einem strukturellen Defizit – getrieben von wachsender Nachfrage aus Verteidigung und Technologiesektor. Das Sangdong-Projekt soll Almonty als Schlüssellieferant für Lieferketten außerhalb Chinas positionieren.
Der Rückzug von der ASX Ende August markiert die nächste Etappe der Konsolidierung. Ob die Nasdaq-Fokussierung die von Indexeffekten geprägte Kursentwicklung dauerhaft stabilisiert, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen, wenn der technische Verkaufsdruck endgültig ausgelaufen ist.
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