Almonty Industries verliert an der Börse Toronto seinen Platz – freiwillig. Der Rückzug hat Folgen, die weit über eine reine Formalie hinausgehen. Während das Unternehmen operativ einen wichtigen Schritt macht, schickt der Kapitalmarkt die Aktie auf Talfahrt.
Indexausschluss löst Verkaufswelle aus
Ende Juli zog Almonty seine Stammaktien von der Toronto Stock Exchange zurück. Die Folge: Der Ausschluss aus mehreren wichtigen Indizes, darunter der Solactive GBS Canada Small Cap Index. Seit Montag, dem 3. August 2026, ist der Wegfall wirksam.
Passive Fonds und institutionelle Anleger mit Toronto-Mandat müssen ihre Positionen jetzt anpassen. Das löst technischen Verkaufsdruck aus, der wenig mit dem operativen Geschäft zu tun hat. Der Kurs brach zuletzt entsprechend ein: Am Freitag schloss die Aktie bei 15,51 kanadischen Dollar, ein Tagesverlust von knapp 5 Prozent.
Der 14-Tage-RSI liegt inzwischen bei 32,7 und nähert sich der Schwelle von 30, ab der Marktbeobachter oft von überverkauften Bedingungen sprechen. Das deutet auf technische Erschöpfung hin, nicht zwingend auf eine fundamentale Neubewertung.
Nasdaq und Frankfurt als neue Zentren
CEO Lewis Black treibt die Umstrukturierung bewusst voran. Ziel ist es, die Handelsliquidität zu bündeln und die Verwaltungskosten mehrerer Börsennotierungen zu senken. Künftig konzentriert Almonty seine Kapitalmarktaktivitäten auf die Nasdaq und die Frankfurter Börse.
Einen ähnlichen Weg geht das Unternehmen in Australien. Die australische Börse ASX hat den freiwilligen Rückzug der Almonty-Hinterlegungsscheine bereits genehmigt. Der Handel dort wird am 28. August 2026 ausgesetzt, die endgültige Streichung folgt zum 1. September 2026.
Sangdong nimmt Betrieb auf
Während die Aktie unter dem Delisting leidet, hat Almonty operativ einen zentralen Meilenstein erreicht. Am 1. Juli 2026 startete die Verarbeitung in der Sangdong-Mine in Südkorea. Die Anlage verarbeitet zunächst einen Erzvorrat von rund 139.700 Tonnen zu verkaufsfähigem Wolframkonzentrat.
Parallel dazu hat Almonty seinen Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders erweitert. Die Laufzeit steigt auf 21 Jahre, das Gesamtvolumen wächst um 40 Prozent. Die Vertragslaufzeit sichert Einnahmen für mehr als zwei Jahrzehnte – die geschätzte Lebensdauer der Mine liegt allerdings bei über 90 Jahren. Damit positioniert sich Sangdong als eine der wichtigsten Wolframquellen außerhalb Chinas.
Die Diskrepanz zwischen kurzfristigem Kursdruck und langfristiger Reservebasis ist auffällig. Auf der einen Seite steht ein Unternehmen, das gerade den Sprung vom Minenentwickler zum aktiven Produzenten schafft. Auf der anderen Seite ein Aktienkurs, der unter technischen Marktanpassungen leidet, die mit dem operativen Fortschritt wenig zu tun haben.
Der weitere Verlauf der Börsenmigration dürfte den Kurs kurzfristig weiter beeinflussen. Die ASX-Streichung zum 1. September 2026 markiert den nächsten fixen Termin in diesem Prozess.
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