Almonty Industries treibt den Rückzug von zwei Börsenplätzen voran. Das Unternehmen kündigte an, seine Stammaktien freiwillig sowohl von der Toronto Stock Exchange als auch von der Australian Securities Exchange zu nehmen, um den Handel künftig ausschließlich auf der Nasdaq zu bündeln.

Für Anleger bedeutet das eine Konzentration der Liquidität an einem einzigen Handelsplatz – ein Schritt, der angesichts der zuletzt kräftigen Kursgewinne durchaus Gewicht hat.

Sangdong liefert die operative Grundlage

Der eigentliche Treiber hinter der Neuausrichtung ist der Fortschritt bei der Sangdong-Mine in Südkorea. Die Anlage ist inzwischen offiziell in die kommerzielle Produktion übergegangen und verarbeitet die aufgelaufenen Erzbestände.

Die Tochtergesellschaft Almonty Korea Tungsten Corp. bestätigte zudem Pläne, bis 2028 eine lokale Anlage zur Verarbeitung von Wolframoxid in Betrieb zu nehmen – ein Baustein für die Versorgungskette von Wolframhexafluorid, das in der Halbleiterindustrie benötigt wird. Medienberichten zufolge gilt Sangdong damit als strategisch bedeutsames Asset für diesen Sektor.

Untermauert wird die operative Entwicklung durch eine erweiterte Abnahmevereinbarung: Almonty verlängerte den Sangdong-Phase-I-Liefervertrag mit Global Tungsten & Powders um sechs Jahre und erhöhte die kontrahierten Volumina um 40 Prozent.

Finanziell steht das Unternehmen auf solidem Fundament – ein Barbestand von 1,23 Milliarden kanadischen Dollar zum Ende des zweiten Quartals, gestützt durch eine überzeichnete Wandelanleihe über 800 Millionen US-Dollar mit einem Kupon von 2,25 Prozent und Fälligkeit 2031.

Kursrally mit erster Verschnaufpause

Die Kombination aus operativem Fortschritt und strategischer Neuausrichtung hat sich deutlich im Kurs niedergeschlagen. Auf Zwölfmonatssicht steht ein Plus von 338 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn sind es 103 Prozent.

Aktuell notiert die Aktie bei 16,13 Euro und damit rund 22 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 20,61 Euro, das erst im April erreicht wurde. Gegenüber dem 50-Tage-Durchschnitt von 13,27 Euro liegt der Kurs jedoch weiterhin deutlich im Plus.

Diese Dynamik bringt auch Risiken mit sich. Die annualisierte Volatilität der vergangenen 30 Handelstage liegt bei 90 Prozent – ein Wert, der die Schwankungsbreite einer Aktie widerspiegelt, die binnen weniger Monate ihren Kurs vervielfacht hat.

Ein Analyst von Diamond Equity senkte am 14. August seine Gewinnschätzung je Aktie für 2026 auf 0,39 US-Dollar, nachdem zuvor 0,55 US-Dollar veranschlagt worden waren – ein Wert, der auch unter dem Konsens von 0,48 US-Dollar liegt. Die Einschätzung datiert vor knapp zwei Wochen und markiert damit den jüngsten verfügbaren Blick externer Analysten auf die kurzfristigen Ertragsaussichten.

Was die Delisting-Entscheidung für Anleger bedeutet

Die Bündelung des Handels auf der Nasdaq dürfte vor allem institutionellen US-Investoren den Zugang erleichtern und die Handelstiefe an einem Ort konzentrieren, statt sie über drei Börsenplätze zu verteilen. Für Anleger in Toronto und Sydney bedeutet der Schritt hingegen, dass sie ihre Positionen mittelfristig auf die Nasdaq übertragen müssen.

Angesichts der fundamentalen Verbesserungen – dem Sprung in die kommerzielle Produktion bei Sangdong, der ausgeweiteten Abnahmevereinbarung und der komfortablen Liquiditätsausstattung – wird die Konsolidierung des Aktienhandels von vielen Marktteilnehmern als logischer nächster Schritt in der Unternehmensentwicklung gewertet, auch wenn die kurzfristige technische Verfassung nach der starken Rally zuletzt etwas an Dynamik eingebüßt hat.