Die Aktie von Almonty Industries hat einen turbulenten Handelstag hinter sich. Der Titel notiert bei 17,14 CAD und verliert damit heute 8,83 Prozent – ein deutlicher Einschnitt nach Wochen mit starken Kursgewinnen. Auslöser der jüngsten Bewegung ist eine Entscheidung des deutschen Rohstoffinvestors Deutsche Rohstoff AG, seine Beteiligung an dem kanadischen Wolframförderer schrittweise zu reduzieren.

Deutsche Rohstoff nimmt Kasse

Die Deutsche Rohstoff AG hat ihre Almonty-Position verkleinert und die Erlöse aus den Aktienverkäufen in Höhe von rund 65 Millionen Euro direkt in ihre eigene Geschäftsplanung eingerechnet. Das Unternehmen hob daraufhin seine EBITDA-Prognose auf eine Spanne von 355 bis 375 Millionen Euro an. Für die Deutsche Rohstoff bleibt nach eigenen Angaben der Ölpreis der entscheidende Einflussfaktor für die weitere Geschäftsentwicklung – die Almonty-Erlöse liefern dabei einen zusätzlichen, aber nachrangigen Baustein.

Der Teilrückzug eines langjährigen strategischen Anteilseigners wiegt an der Börse schwerer als reine Zahlen vermuten lassen. Wenn ein Investor mit Einblick in die Unternehmensentwicklung Kasse macht, fragen sich viele Marktteilnehmer, ob der jüngste Kursanstieg von Almonty bereits ausgereizt war. Genau das dürfte den Abgabedruck der vergangenen Tage erklären: Binnen 30 Tagen hat die Aktie 25,19 Prozent eingebüßt, nachdem sie zuvor bis zu einem 52-Wochen-Hoch geklettert war. Aktuell liegt der Kurs 48,61 Prozent unter dieser Marke – ein Abstand, der die Heftigkeit der Korrektur nach dem vorangegangenen Höhenflug verdeutlicht.

Institutionelle Investoren bleiben gespalten

Während die Deutsche Rohstoff verkauft, hat Encompass Capital Advisors im ersten Quartal 2026 in die andere Richtung gehandelt. Die US-Investmentgesellschaft stockte ihren Almonty-Bestand um 47,9 Prozent auf gut 4,3 Millionen Aktien auf und kaufte dafür rund 1,39 Millionen Papiere hinzu. Der Wert der Position wird mit gut 62 Millionen Dollar beziffert, Almonty rangiert damit unter den zehn größten Einzelpositionen im Portfolio des Investors. Die gegenläufigen Bewegungen zeigen: Der jüngste Kursrückgang wird von einem Teil der institutionellen Anleger offenbar als Einstiegschance gewertet, während andere Gewinne realisieren.

Das Interesse an der Aktie bleibt jedenfalls hoch. Unter den Anlegern auf Finanzplattformen zählte Almonty Industries am heutigen Dienstag zu den meistgesuchten Werten überhaupt.

Sektorweite Korrektur trifft auf strukturelle Nachfrage

Der Kursrutsch bei Almonty fällt in eine Phase, in der Rohstoffaktien insgesamt unter Druck geraten sind – auch Werte wie Boliden und Teck Resources verzeichneten zuletzt Rücksetzer. Gleichzeitig verweisen Marktbeobachter auf einen strukturell steigenden Bedarf an Wolfram und Kupfer, getrieben durch den Ausbau von KI-Infrastruktur, Rüstungsprojekten und der Energiewende, während das Angebot knapp bleibt. Aus dieser Perspektive wird der aktuelle Rücksetzer von manchen Anlegern als Einstiegsgelegenheit für langfristig orientierte Investoren interpretiert.

Für Almonty-Aktionäre bleibt die Gemengelage unübersichtlich: Ein strategischer Anteilseigner verkauft, ein institutioneller Investor kauft zu, und die Aktie selbst bewegt sich in einem Umfeld erhöhter Nervosität an den globalen Rohstoff- und Technologiemärkten. Wie tragfähig der jüngste Kursrückgang als Einstiegspunkt ist, dürfte sich erst zeigen, wenn sich die Nachfrage- und Angebotssituation bei Wolfram in den kommenden Monaten konkreter niederschlägt.